GROUPON GUIDE BERLIN

España es diferente - Taberna de Bellas Artes

Autor: PETER EICHHORN | 29.12.2014 |
España es diferente - Taberna de Bellas Artes

Man sieht so manchen grimmigen Blick in diesem Lokal. Zumeist allerdings von den Wandgemälden, von denen einige Porträts von spanischen Adligen im Stile eines Diego Velázquez zeigen. Viele andere im Raum blicken fröhlicher drein. Die muntere Damenrunde, der Student in Begleitung seiner Eltern, das turtelnde Pärchen und sogar Teile des Personals. Einen Hauch spanischen Lebensgefühls in Wilmersdorf versprüht seit über einem Jahrzehnt die bewährte Taberna de Bellas Artes mitten im kulinarischen Epizentrum des Bezirks zwischen Uhlandstraße und Ludwigkirchplatz. Dazu gesellt sich ein Hauch von iberischer Patina mit abgewetzten Bänken, hübschen Wandkacheln und der ewigklemmenden Eingangstüre. Spanien ist anders, so das Motto einer spanischen Tourismus-Reklame.

Eine bunte Nachbarschaft trifft sich zu Tapas und einem schönen Glas Wein. Ja, es sind jene kleinen Häppchen, die bei einem Besuch die Urlaubserinnerungen anregen und die spanischen Augenblicke einfangen helfen. Als Gruß des Hauses kommt gleich Brot mit einem leckeren und intensiven Aioli Dip auf den Tisch. Jeweils um die 4 bis 6 Euro kosten dann die zahlreichen Schälchen mit vielfältigen Aromen. Herrlich mundeten die klassischen Pimientos de Padron und als Kartoffel-Fan konnte ich mir die Runzelkartoffeln, die Papas Arrugadas, nicht entgehen lassen. Von Gambas zu Manchego-Käse, von Tintenfischringen bis Champignons in Weißwein und Knoblauch, von Pata Negra bis Sardelle bietet die Taberna all jenes, über das man sich auch in Spanien freuen würde.

Taberna de Bellas Artes in Berlin


Ein bisschen ist das ja immer, wie ein Roulettespiel: man landet mal einen Treffer, mal ist man nicht ganz so begeistert. Glück, Pech, Geschmackssache. Für größere Runden ist die Taberna de Bellas Artes gut geeignet, da sich bestimmt immer ein Abnehmer für ein Schälchen findet. Auch die Salate (um die 8 Euro) sahen knackig und reichlich aus und am Tresen kann man mit einem Blick in Vitrinen den Appetit anregen. Pech, wie wenn die Roulettekugel in die Null purzelt, hatte unser Tisch mit der Schinkenplatte und den darauf befindlichen Mandeln. Wir durften lernen, wie verdorbene Nüsse schmecken und auf welche wenig erheiternde Weise sie dann die nächsten Tage begleiten können. Die diesbezügliche Reklamation wurde achselzuckend und erschreckend routiniert abgetan: „Ich geb´ das so weiter.“ Angemessenes Beschwerdemanagement gehört durchaus zu den wichtigen Qualitäten eines Restaurants.

Die Hauptgerichte mit Meeresfrüchten, Grillgerichten und Fisch schlagen mit um die 14 Euro zu Buche, wurden aber bei diesem Besuch nicht getestet, man wollte ja Spanien-Feeling und das schaffen Tapas doch am besten.

Auch der Service trug zu diesem Flair bei. Lächelnd erinnert sich der Gast an jenes spanische Klischee des eilefreien „mañana“. Sehr authentisch also die Verspätung des Desserts (eine sehr fruchtsäurebetonte Crema Catalana zu 4,90), die vergessene Rechnung und die Überraschung, wenn ein bestellter Wein dann doch sofort gereicht wurde. Wie bewirbt doch selbst der Spanien-Tourismus die Mentalität so schön: „Spanier sind nur zum Stierkampf und zur heiligen Messe pünktlich.“

Und die Getränke? Die gute Qualität der Weine wurde bereits gelobt. Etwas schade, dass das Lokal nicht etwas mehr Mühe in eine sorgfältige Auswahl an Sherry investiert. Berlin ist reich gesegnet mit Importeuren von spanischen Erzeugnissen, da wäre ein etwas höherer Anspruch an die Spezialität aus Jerez erfreulich. Immerhin gibt es für Bierfreunde Estrella und San Miguel aus der Flasche. Weiterhin dürfen die Gäste sich an der Liebhaberei des Betreibers für Rum erfreuen, ebenfalls ein wundervolles Genussmittel in Cocktails (6,60 – 10,50) aber auch pur. Ein Appleton 12 oder ein Mount Gay Eclipse zu 4,60 oder 4,80 machen Freude. Der Zacapa 23 aus Guatemala ist mit 9,20 für 2cl leider ziemlich kundenunfreundlich kalkuliert.

Fazit: Für eine muntere Runde zu Tapashäppchen und einem Glas Wein, angereichert durch einen Hauch spanischer Urlaubslaune, ist die Taberna de Bellas Artes ein idealer und geselliger Treffpunkt, der zuweilen auch Flamenco-Abende anbietet.

Taberne de Bellas Artes

Pfalzburger Straße 72a,
10719 Berlin-Wilmersdorf
http://www.bellas-artes.de/

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Autor: Peter Eichhorn Eichiberlin
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