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Berliner Küche – leckere Hausmannskost in der Hauptstadt

Autor: JENS HOHMANN | 14.7.2014 |
Berliner Küche – leckere Hausmannskost in der Hauptstadt

Die Berliner Küche ist schlicht, geradezu rustikal. Man könnte das jetzt auf die Berliner selbst ummünzen, aber das wäre nur die halbe Wahrheit. Die Berliner Küche ist schließlich einem Proletariat aus verrauchten Zeiten erwachsen und legte zwangsläufig mehr Wert auf eine Küche mit deftigem Geschmack und Sättigung als auf untergehobenen Basilikum und Low Carb. Natürlich haben auch das Brandenburger Umland und die Kochrezepte der Einwanderer aus dem Osten großen Einfluss, wie sollte es auch anders sein.

Unterm Strich hat der Berliner am Herd alles vereinfacht. Maximale Erkenntnis erhält der Betrachter eines Kunstwerks ja auch dadurch, dass der Künstler vorher reduziert, und so durch die hervortretende Abstraktion den wahren Kern der Aussage des Gemäldes enthüllt. Zumindest war das die Idee der Expressionisten. Die Berliner Küche versucht es in ähnlicher Art und Weise durch das Weglassen von aufwendigen Zubereitungsformen und raffiniertem Würzen. Wer denkt, hier könne nichts Grandioses entstehen, beiße doch einfach mal in eine Bulette.

Typische Zutaten in der Berliner Küche sind Schweinefleisch, Karpfen, Kohl, Bohnen sowie Rüben, Gurken und Kartoffeln. Also alles was der Mensch braucht und was ihn durch den kalten Berliner Winter bringt.

Zum Schusterjungen

Das Restaurant in der Danziger Straße wirkt von außen eher wie eine Eckkneipe, aber das ist hier keineswegs problematisch, sondern sogar klassisches Statement, in einer Stadt wo diese nach und nach aussterben und durch Sushi Lounges ersetzt werden. Der Schusterjunge existiert als Gastronomie übrigens seit fast 100 Jahren. Da muss man auch nicht jeden neumodischen Schnickschnack mitmachen. Der Schusterjunge bietet dementsprechend auch typische Berliner Küche. Hausmannskost á la „futtern wie bei Muttern“ wie zum Beispiel Kassler mit Klößen, Sauerbraten und Eisbein steht auf der Karte. Wer auf 80er Jahre Charme mit Spitzengardinen, Kunstblumen und Buntglasfenstern und liebenswerte Berliner Schnauze steht, ist hier genau richtig.

Zum Schusterjungen

Sophieneck

Das Sophieneck in der geschichtsträchtigen Spandauer Vorstadt setzt neben frischer, regionaler Küche auch auf internationale Akzente. Das Restaurant eröffnete 1986 nach Abschluss der Rekonstruktionsarbeiten an der Sophienstraße. Also ruhige Seitenstraße und dennoch zentral. Es ist eine dieser Berliner Urkneipen, wie man sie oft nur aus alten Filmen kennt. Brathering mit Zwiebelringen und Bratkartoffeln, Bauernfrühstück mit sauer eingelegtem Gemüse sowie hausgemachte Eisbeinsülze und Berliner Bouletten stehen auf der Karte. Im Kiez selbst kann man gleich nach dem Essen einen Spaziergang durch die Hackeschen Höfe, zur Synagoge und zur Oranienburger Straße starten.

Keule

Die Keule Berliner Mundart ist ein echter Neuzugang am Berliner Gastrohimmel und erst im März 2013 gestartet. Ziemlich nah am sogenannten „Technostrich“ der Revaler Straße, liegt das Restaurant am Ende der Simon-Dach-Straße. Die ist ja eher für ihre Bars, den Ärger um den dadurch entstehenden Lärm und allerlei Trendfood Läden bekannt. So war es sicher ein mutiger, aber auch dringend nötiger Schritt, in Friedrichshain den Berlinern und Touristen wieder den Geschmack der Stadt näher zu bringen. Berliner Küche wird hier vom Chefkoch Mark Winkler zelebriert, der jahrelang Erfahrung als Koch im In- und Ausland gesammelt hat, u.a. in Häusern wie dem Ganymed in Berlin oder dem Kamppi in Helsinki. Die Karte ist übersichtlich und bietet alle Klassiker, die man noch von Zuhause kennt, und fast nirgendwo mehr bekommt. Von Rindergulasch bis Senfei, von Soljanka bis Würzfleisch findet sich hier alles. Der Raum kommt mit unverputzten Wänden und dunklem Holz daher, ist gemütlich und auch nicht zu schick.

Weiter erwähnenswert sind noch Zur letzten Instanz, eine der ältesten Berliner Gaststätten, die sogar einen eigenen Wikipedia Eintrag hat, und in der Waisenstraße in Mitte zu finden ist. Die meisten Gerichte haben übrigens ziemlich schräge Namen. Berliner Bulette wird hier als „Verhandlungspause“ und Kalbsleber als „Kreuzverhör“ genannt.

Zur letzten InstanzZur letzten Instanz


Wer vor lauter „Trend Food“ im Prenzlauer Berg nicht mehr weiß, wohin, der kann am Arkonaplatz mal ins Altberliner Restaurant schauen. Hier gibt’s wirklich leckere hausgemachte Kohlrouladen und “Tote Oma“, also Blutwurst mit Kartoffeln. In einem der Räume steht ein wunderschöner alter Kachelofen, ansonsten ist das Ambiente bürgerlich aber nicht kitschig.

Weitere Infos:

http://www.zumschusterjungen.com/

http://www.sophieneck-berlin.de/

http://keule-berlin.de/

http://zurletzteninstanz.com/

http://www.altberliner-kaffeestuben.de/

 

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Autor: Jens Hohmann The Club Map
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