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Der Samariterkiez, Teil 2: Frau Antje und Fisch

Autor: KATJA THIEDE | 8.4.2015 |
Der Samariterkiez, Teil 2: Frau Antje und Fisch

Vorglühen im Fischladen

Wer die Nacht zum Tage machen will und nur über ein schmales Budget verfügt, ist im Samariterkiez goldrichtig. Gerade in den alteingesessenen Kneipen aus Hausbesetzerzeiten bekommt man Bier und sogar ein leckeres Essen für wenig Geld. So zum Beispiel im Fischladen in der Rigaer Straße 83. Hier schallt Punk aus den Boxen und das Berliner gibt’s für 1,20 Euro. Ab 20 Uhr ist die Volxküche geöffnet. Eine vegane Mahlzeit ist dann schon für schlappe zwei Euro zu haben.

Wer vermeiden will, dass sich anschließend die Bettschwere bemerkbar macht, kann im hinteren Raum eine Runde Billard spielen oder sich erstmal eine Verdauungszigarette genehmigen – denn Rauchen ist im Fischladen noch erlaubt. Genau wie Hunde, die zwischen den Tischen und Beinen der Gäste umherstreifen. Ab und zu spielen auch Live-Bands im Fischladen, steigen Partys oder Filmabende. Vorbeigucken lohnt sich also immer.

Fischladen, Rigaer Straße 83, 10247 Berlin

Samariterkiez Berlin

Abgehen im Antje Oeklesund

Das ebenfalls in der Rigaer Straße beheimatete Antje Oeklesund ist eine Perle unter den abrissreifen Häusern. Denn hinter dem alten Gemäuer gibt es Kunst, Musik und Trash für wenig Geld. Quasi zur Einrichtung gehört das Adriano Celentano Gebäckorchester, das hier einmal im Monat residiert und Freunde italienischer Schlagermusik beglückt. Daneben bekommen im Antje Oeklesund eher unbekannte Bands ihre Chance, die bröckeligen Hallen zum Beben zu bringen: entweder im Rahmen von Konzerten auf der Hauptbühne oder als Act im „Wohnzimmer“, einem Multimedia-Würfel, der allen offen steht, die Spiel und Gesang „live ins Fernsehen“ bringen möchten. Denn das Geschehen aus dem Inneren des Wohnzimmers im Antje Oeklesund wird live auf eine Wand aus aufeinandergestapelten Flimmerkisten übertragen.

Überhaupt sind Experimente mit Raum, Licht und Klang fester Bestandteil des Antje-Konzepts. Die Betreiber bezeichnen die Location auch weniger als Club oder Bar, sondern als „Audiovisual Labratory“. Ob das Kunstlabor auch langfristig in der Rigaer Straße sein Zuhause haben wird, ist ungewiss. Investorenpläne könnten dafür sorgen, dass bald ein Umzug ansteht.

Antje Oeklesund, Rigaer Straße 71, 10247 Berlin, http://www.antjeoeklesund.de/

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Freie Autorin
Autor: Katja Thiede Freie Autorin
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