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Der Sushi-Montag: Lecker japanisch essen bei Musashi

Autor: SABINE WIRSCHING | 22.9.2014 |
Der Sushi-Montag: Lecker japanisch essen bei Musashi

Montags ist Sushi-Tag! Zumindest in meiner Welt.

Das Musashi ist dabei nicht der schickste und edelste Japaner Berlins – rein optisch betrachtet ist es zum Beispiel kein Vergleich mit dem Aki Tatsu in der Bergmannstraße: Es ist ein winziger, vielleicht zwei Meter breiter und etwa sechs Meter langer Raum. Seine Bestellung gibt man an einem Tresen auf – bei einer den Raumverhältnissen angepassten, winzigen Bedienung, die kaum über eben diesen Tresen drübergucken kann.

Wenn man dann Glück hat, bekommt man einen Sitzplatz: An wärmeren Tagen kann man auch draußen sitzen, aber sonst ist der Jackpot dabei der Platz am Fenster. Von dem aus hat man nicht nur die beste Aussicht, sondern muss auch am wenigsten mit den nachströmenden Gästen und Lieferanten rangeln. Die Stehtische an der rechten Seite haben da schon eher schlechte (Platz-)Karten, deswegen sitzen wir meistens hinten – neben der Tür zur Küche, über der Kellerklappe und vor der Wand mit den Bildern von überbordenden Sumo-Ringern.

Wakame Salat bei Musashi in Berlin (c) Alexander Winter

Was am Musashi besonders nett ist, ist jedoch nicht nur die asiatische Höflichkeit. Es ist auch nicht die kunterbunt durcheinandergewürfelte Deko (die aus Platzgründen fast ausschließlich in Form von Lampions und schmückendem Geklimper von der Decke baumelt). Oder die mit Hingabe handgezeichneten Angebotskarten, bei denen man sich endlich mal merken kann, was Nigiri und was Maki ist.

Was besonders nett und gut ist, ist das Essen selbst: Die Misosuppe vorweg hat da fast schon Tradition – besonders, wenn es draußen langsam kühler wird und die Schnupfenzeit näher rückt. In Japan wird diese heiße Mixtur aus Dashi (Fischsud), Miso (Sojabohnenpaste), Tofu, Frühlingszwiebeln und Wakame-Algen zum Frühstück gegessen. Das ist angeblich sehr gesund – aber das ist es als Mittags-Vorspeise bestimmt auch. Dasselbe gilt für den Wakame-Salat, der hier zwar überwiegend aus Gurken besteht, aber trotzdem schön knackig und lecker mit Sesam abgeschmeckt ist.

Auf der Karte findet sich vor allem Sushi. Dazu gibt es japanische Salate, Nudeln, Tempura und Hühnergerichte, die ich bisher noch nicht probiert habe (der Sushi-Montag ist eben wörtlich zu nehmen), aber die allesamt gut aussehen und genauso frisch zubereitet werden wie das zur Stoßzeit manchmal noch lauwarme Sushi.

Misosuppe bei Musashi in Berlin (c) Alexander Winter

Für alle, die sich jetzt fragen, was Musashi eigentlich bedeutet: Es heißt „Kickboxer“ und ist gleichzeitig der Titel eines historischen Samurai-Romans von Yoshikawa Eiji. Dieser wurde während des Zweiten Weltkriegs als Fortsetzungsgeschichte in einer japanischen Tageszeitung veröffentlicht und hat alles zu bieten, was so ein Zeitungsroman braucht: Kampf, Liebe, Philosophie und Kunst. Die ganze Palette. Und mit der großen Angebotsplatte vom Berliner Musashi als Beilage wäre ich vermutlich sogar willens, diesen zäh anmutenden Brocken von einem Buch zu verschlingen.

Kottbusser Damm 102, 10967 Berlin, Mo.-Sa. 12-22:30 Uhr und So. 14-22 Uhr

Alle Bilder (c) Alexander Winter

 

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Autor: Sabine Wirsching Rocknroulette
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