GROUPON GUIDE BERLIN

Hauptstadtfloß-Rundfahrten oder Die Spree von hinten

Autor: SABINE WIRSCHING | 27.3.2015 |
Hauptstadtfloß-Rundfahrten oder Die Spree von hinten

Man stelle sich ein Unternehmen vor, bei dem Erfolg und Misserfolg, Freude und Stress, Feierabend und Überstunden direkt mit Alkohol assoziiert werden – also praktisch jedes Start-up in Berlin. Ich persönlich halte nicht viel davon, mich mit Vorgesetzten und Untergebenen ins Koma zu trinken, aber da teilen sich die Meinungen bekanntlich und dementsprechend groß war mein Schrecken als es neulich hieß: Wir machen einen Betriebsausflug mit dem Hauptstadtfloß!

Ich sah mich schon panisch das Rettungsboot abhängen oder in blanker Überlebensangst per Köpper in die Spree flüchten, während die krakeelende Meute hinter mir Schiffe versenken live spielt. Aber es kam alles anders.

Molecule Man, Spree, Berlin

Zum einen war der Abend nach viel Augustnässe nicht nur trocken, sondern auch warm. Die Sonne schien, die Spree glitzerte und auf dem Oberdeck des Hauptstadtfloßes konnte ich mir direkt einen bequemen Liegestuhl sichern. Zum anderen waren auch die werten Kollegen vom Ambiente derartig erfreut, dass sie glatt vergaßen, sich krankenhausreif zu trinken. Stattdessen wurde gesittet am Alster genippt und auch als später der ein oder andere Kurze folgte, blieben dennoch alle fähig zum Floßfahrtgenuss.

Wir schaukelten zunächst stadteinwärts, vorbei am YAAM!, einer Open-Air-Sauna und vielen, vielen Clubs mit Wasserzugang. Ganz neue Perspektiven taten sich da auf! Denn viele dieser versteckten und oft gemütlichen Plätze sieht man von der Straßenseite aus ja gar nicht. Außerdem wurden zwei Fragen erörtert: Warum ist es so spannend, unter alten Brücken durchzufahren und warum winken immer alle, sobald sie auf einem Schiff sind oder ein Schiff vorbeifährt? Leider konnte beides nicht beantwortet werden, wir waren wegen ersterem einfach zu sehr mit Köpfeeinziehen beschäftigt.

Berlin vom Hauptstadtfloß betrachtet

Stattdessen drehten wir und schipperten in gemütlichem Tempo Richtung Köpenick. Dort warfen wir einen Blick auf das stillgelegte Riesenrad des mittlerweile verkauften DDR-Freizeitparks „Spreepark“ (http://www.berliner-spreepark.de/) im Plänterwald und fuhren eine Ehrenrunde in der Rummelsburger Bucht. Über der Brücke am Ostkreuz ging langsam die Sonne unter und wir genossen (nun doch langsam dezent beschwipst) das rote Abendlicht, bis wir nach drei Stunden Floßfreude wieder an der Oberbaumbrücke anlegten.

Natürlich, ein bisschen Schwund ist immer. Aber der war an diesem Abend auf ein Handy begrenzt: Des ständigen Gebrauchs als Partykamera müde, sperrte es sich bockig dagegen, wieder in die Hosentasche seines Besitzers zu gleiten. Stattdessen schlüpfte es wendig zwischen Hand und Hose hindurch, prallte mit einem frechen plock! auf dem Boden auf und sprang von dort mit einem kühnen Hopser in die nassfeuchte Tiefe. Freiheit, ahoi!

Hauptstadtfloß Das Erlebnis auf der Spree

Übrigens: Die Hauptstadtfloß-Flotte lässt sich nicht nur für Betriebsausflüge aka Alkohol auf hoher See mieten. Man kann auch entspannt nahe der Oberbaumbrücke auf dem doppelstöckigen Floß schaukeln, bestimmte Routen oder Badeausflüge buchen und sogar zu Wasser heiraten. Zur Flotte gehören dabei auch Hausboote und ein Salonschiff. Alle Infos und Preise gibt es hier:

Floß-Telefon: 030-29009909, Mo. - Fr. : 09-17 Uhr
http://www.hauptstadtfloss.de/

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Autor: Sabine Wirsching Rocknroulette
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