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Nikolaiviertel - der Ursprung Berlins

Autor: CHRISTOPH PÖTHKE | 13.3.2015 |
Nikolaiviertel - der Ursprung Berlins

Berlin ist eine große Stadt, eine Metropole sogar — ohne Frage. Aber wo nahm das alles seinen Anfang? Um die Antwort darauf zu finden, muss man nur ins Nikolaiviertel in Mitte gehen. Denn etwa um das Jahr 1200 liegt dort der Ursprung der Hauptstadt. Etwas später, am 28. Oktober 1237 erfolgte dort die erste urkundliche Erwähnung von Berlins ehemaliger Schwesternstadt Cölln. Dementsprechend ist das Nikolaiviertel, direkt zwischen Spree, Berliner Rathaus und Mühlendamm gelegen, auch das älteste Wohngebiet Berlins und zählt mit seinen mittelalterlichen Gassen, seinen zahlreichen Attraktionen, Kneipen, Cafés und Restaurants zu den ersten Anlaufstellen für alle interessierten Berlin-Liebhaber — das gilt für Touristen und Alteingesessene gleichermaßen.

Über allem wacht die Kirche St. Nikolai, ebenfalls eines der ältesten Bauwerke Berlins. Sie stammt aus dem Jahr 1230 und beherbergt heute ein Museum für sakrale Plastiken. Nach einem verheerenden Brand baute man die alte Eminenz des Nikolaiviertels erst zwischen 1980 und 1987 aus den ausgebrannten wieder vollständig auf und erfreut damit heute viele Besucher. Überhaupt rekonstruierte man im Rahmen der 750-Jahr-Feier Berlins zwischen 1981 und 1987 etliche historische Häuser aus dem 17., 18. und 19. Jahrhundert, die ursprünglich woanders standen.

Nikolaiviertel Berlin

Beispielsweise das Ephraim-Palais am Mühlendamm, ein beeindruckender Bürgerpalast aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Gerichtslaube an der Poststraße, heute als Restaurant mit überzeugender Speisekarte genutzt, ist ebenfalls eine Kopie eines älteren, bereits zerstörten Gebäudes. Originalgetreu rekonstruiert wurde außerdem der 1507 erbaute Gasthof „Zum Nussbaum“ an der Propststraße. Am Nikolaikirchplatz finden sich heute sowohl das Wohnhaus des berühmten Dichters und Aufklärers Gotthold Ephraim Lessing aus dem 17. Jahrhundert sowie das so genannte Knoblauchhaus (erbaut 1759–61), ein eindrucksvoller Barockbau. In letzterem kann man eine Ausstellung über das Leben und Wirken in der klassischen Zeit des Biedermeier und die damals äußerst einflussreiche Familie Knoblauch besuchen. Ein weiteres beliebtes Ziel ist die Bronzeskulptur „St. Georg im Kampf mit dem Drachen“, welche 1853 von August Kiss, von der Gießerei Lauchhammer hergestellt, auf einem kleinen Platz am Spreeufer wieder aufgestellt wurde.

Nach historischen Vorbildern hat man im Nikolaiviertel versucht, alle Häuser und Straßen möglichst exakt nachzubilden, so dass die Illusion eines Stücks Alt-Berlin entsteht. Eine Aufgabe, die gelungen scheint. Egal ob zu den Zeiten des winterlichen Märchenmarkts zur Weihnachtszeit oder während eines sommerlichen Spaziergangs durch die mittelalterlichen Gassen; das Nikolaiviertel ist ein authentisches Stück Geschichte zum erleben, anfassen, verweilen und genießen.

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Autor: Christoph Pöthke Freier Autor
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