GROUPON GUIDE MÜNCHEN

Bayrischer Chic im Zeichen des Spatens

Autor: AROMA BERLIN | 8.9.2014 |
Bayrischer Chic im Zeichen des Spatens

Die Münchner Innenstadt zwischen Odeonsplatz, Stachus und Marienplatz teilt sich in drei Kategorien: „teuer“, „sehr teuer“ und „eigentlich unbezahlbar“. Die Zone „teuer“ ist die Gegend um die klassische Fußgängerzone, wo man bekannte Marken wie in jeder Fußgängerzone findet. Etwas schicker geht es zwischen dem Platz hinter dem Rathaus, dem Marienplatz und dem Platz hinter dem Dom zu. Meist sind die Geschäfte und Gasthäuser aber durchaus ihr Geld wert, weil die angebotenen Waren einfach von guter Qualität sind. Viele Geschäfte, Cafés und Gasthäuser sind einzigartig und es gibt sie so nur hier, wie Ludwig Beck am Rathauseck. Für den Normalverdiener ist das bereits die Zone „sehr teuer“, aber manchmal will man sich ja etwas gönnen. Zwischen Odeonsplatz, Oper und Dom befindet sich die Zone „eigentlich unbezahlbar“. Genau zwischen diesen beiden Zonen liegt das Spatenhaus.

Es hat ein bisschen was von der Märchenwelt König Ludwigs II. von Bayern, sich in dieser Innenstadt aufzuhalten. Der verrückte Herrscher aus dem 19. Jahrhundert ließ seine Luftschlösser in Stein bauen, und diese Atmosphäre findet sich in der Gegend um die Oper und das Nationaltheater herum immer noch. Vieles sieht zu gepflegt und nach geschnörkeltem Barock aus und fast hat man den Eindruck, man befinde sich in einer riesigen Disney-Kulisse ohne jegliches Graffiti und ohne Bettler. In diesen Gegenden wohnt kaum jemand. Sie werden morgens von Menschen bevölkert, die später wieder nach Hause in die Vororte fahren, und nach Mitternacht sind sie einfach leer. Dazwischen dienen sie als Treffpunkt und Kulisse in der Mitte, als Ort, an dem man arbeitet, oder als Ort für offizielle Termine mit Ämtern und Gerichten. Abends füllen sich die Theater und andere Orte der Hochkultur um die Ecke, dann kommt der Hunger, die Lust auf ein Gespräch bei einer Tasse Kaffee oder bei einem Glas Wein. Ob frühes Weißwurstfrühstück oder der späte Snack – das Spatenhaus ist einer der wenigen Orte in der Innenstadt für genau diese Momente.

Spatenhaus

Es ist ein Gasthaus mit einer langen Tradition – nur wie bewahrt man die, in einer Gegend, die bei internationalen Marken als ebenso wichtiger Ort wie Shanghai, London und Moskau gilt? Aufgelockert von einigen Galerien, Rechtsanwälten, Schönheitschirurgen und Antiquitätenhändlern hat die Gegend kaum etwas, was eine normale Stadt ausmacht. Die Mietpreise in der Gegend sind dermaßen hoch, dass es fast unmöglich ist, hier wirtschaftlich zu arbeiten, wenn man nicht gerade Dinge und Dienstleistungen im mindestens vierstelligen Preissegment anbietet. Was ist das für ein Gasthaus, das genau zwischen all diesen Dingen eingebettet liegt, mit Blick auf die Oper und die Maximilianstraße? Wie kocht man für ein Publikum, das von betuchten Kulturfans, Notaren, Ärzten und Touristen aus aller Welt bis hin zu ein paar versprengten Münchnern reicht?

Das Spatenhaus hat darauf eine clevere Antwort gefunden und das Restaurant einfach aufgeteilt. Im ersten Stock speist man im Gourmetrestaurant und im Erdgeschoss befindet sich ein gutbürgerliches bayrisches Gasthaus. Das Gourmetrestaurant hat eine feine, angemessene Speisekarte, die ziemlich bayrisch ist. Neben den Klassikern wie der Bauernente mit Knödel gibt es Carpaccio vom Ochsen oder Lammrücken vom Lavasteingrill. Ein Hauptgericht kostet hier um die 27 Euro. Verglichen mit 12,50 Euro für die Currywurst im „normalen“ Restaurant im Erdgeschoss ist die Investition in ein solches Gericht sicher eine Überlegung wert.

Apropos Erdgeschoss, dort geht es zwar immer noch gutbürgerlich-gediegen zu, aber es ist ein wenig informeller und sehr gemütlich. Der erste Raum hat eine Deckenbemalung mit Lüftelmalerei, wie in einer bayrischen Landkapelle. Die daran anschließenden Räumlichkeiten sind in Stüberl und Ecken unterteilt, was zu einer kleinteiligen, netten Atmosphäre führt, selbst wenn es voll ist. Und das ist es ziemlich oft, mit völlig unterschiedlichem Publikum, über den ganzen Tag verteilt. Nach Theaterende gegen 22 Uhr fällt die letzte Runde hungriger Gäste ein und genießt den Vorteil der Küche bis 23:00 Uhr. Echte Münchner wissen, für ein Gasthaus ist das ziemlich spät. Zu dieser Uhrzeit treffen sich viele gerne im ganz hintersten Raum des Erdgeschosses, einem gemütlichen Holzstüberl, in dem der ganze Raum mit hellem Holz vertäfelt ist, wie auf der Alm. Aber am schönsten ist immer noch das Weißwurstfrühstück in der Sonne an den Tischen vor dem Haus. Dort hat man lange Sonne und einen herrlichen Blick. Das Spaten Bier, von dem das Gasthaus seinen Namen hat, schmeckt dort auch schon um diese frühe Uhrzeit. Und den weiß blauen bayrischen Himmel gibt’s quasi gratis dazu, und das ist in dieser Gegend schon immerhin etwas.

Spatenhaus

Residenzstraße 12
80333 München
http://www.kuffler.de/de/muenchen/spatenhaus/

____

Deals für Deutsche Küche in München findet ihr hier!

DJ Aroma
Autor: Aroma Berlin DJ Aroma
{}