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Buchstabenmuseum in Berlin: Von A wie Alex bis Z wie Zierfische

Autor: KATJA THIEDE | 17.10.2014 |
Buchstabenmuseum in Berlin: Von A wie Alex bis Z wie Zierfische

Buchstaben prägen den öffentlichen Raum einer Stadt. Je größer die Stadt, desto größer oft die Lettern. Und das ist auch gut so, könnte der Berliner sagen. Denn im Straßengewirr, zwischen hupenden Autos, vorbeischießenden Rennrad-Junkies und Bürgersteig verstopfenden Bummlern kann sich die Suche nach Laden X oder Einrichtung Y schonmal als schwierig erweisen. Und spätestens, wenn das berüchtigte Berliner Wetter wieder zuschlägt, freut sich jeder, der seinen Schirm in gutem Glauben zu Hause gelassen hat, über das große blaue U in der Ferne, das eine schnelle und vor allem trockene Fahrt nach Hause verspricht.

Für die meisten Menschen gehören Buchstaben so selbstverständlich zum Stadtbild wie Ampeln oder Laternenmaste. Kaum jemand nimmt sie bewusst war. Anders bei den Betreiberinnen des Buchstabenmuseums in Berlin Mitte. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, einzigartige Schriftzüge und Buchstaben aus der Stadt und der ganzen Welt vor Schrottpresse und witterungsbedingtem Verfall zu retten, sie aufzubereiten und Typographie-Fans zu präsentieren.

Reise in die Vergangenheit: Leuchtreklame im Buchstabenmuseum

Das Buchstabenmuseum: Schnittstelle zwischen Vergangenheit und Moderne

Es sind vor allem die Schriftzüge ehemaliger Familienbetriebe, die den Besucher auf eine Reise in längst vergangene Tage mitnehmen. Heute, da jeder von der Klobürste bis zum Wintermantel alles in ein und demselben Online-Shop erwerben kann, wirken die riesigen Buchstaben, die „Schuhe“ oder „Lederwaren“ verheißen, herrlich nostalgisch – und lassen den ein oder anderen Besucher sehnsuchtsvoll an die „gute alte Zeit“ zurückdenken.

Daneben gibt es im Buchstabenmuseum aber auch Exponate, welche die Schattenseiten der Vergangenheit dokumentieren, wie Teile der Beschriftung des U-Bahnhofs Alexanderplatz, der zu Zeiten der Teilung Berlins zum „Geisterbahnhof“ verkam.

An kleinen Schautafeln oder auf Videobildschirmen können sich Besucher des Buchstabenmuseums zur individuellen Geschichte hinter jedem Ausstellungsstück informieren. So auch zur Herkunft des großen „E“s in einem der hinteren Museumsräume, das aus der Originalrequisite des Tarantino-Films „Inglourious Basterds“ stammt. Anhand einzelner Exponate wird zudem der Herstellungsprozess von Großbuchstaben aus unterschiedlichen Materialien erklärt.

Exponat im Buchstabenmuseum Berlin

Wechselnde Ausstellungen im Buchstabenmuseum

Das Buchstabenmuseum arbeitet regelmäßig mit Kunstschaffenden aus dem Bereich Grafik und Typografie zusammen, die ihre Arbeiten in den Räumlichkeiten an der Holzmarktstraße präsentieren. Buchstaben-Fans sind zudem aufgerufen, den Initiatorinnen des Museums Hinweise zu „verlassenen“ Exemplaren zu geben. Wer möchte, kann eine Patenschaft für Objekte übernehmen und den Verein so finanziell unterstützen.

Buchstabenmuseum, Holzmarktstraße 66, 10179 Berlin, http://www.buchstabenmuseum.de/

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Freie Autorin
Autor: Katja Thiede Freie Autorin
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