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Café Einstein - Institution mit Geschichte

Autor: JENS HOHMANN | 24.4.2015 |
Café Einstein - Institution mit Geschichte

Bei einer Tasse Kaffee im Schein der Kerzenleuchter und dem blitzenden polierten Holztresen zu lesen: Viele Geschichten und Legenden kann man sich über das Café Einstein erzählen. Eine der berüchtigten Mythen ist, dass die Villa in der Kurfürstenstraße angeblich der Schauspielerin Henny Porten gehörte und ein Geschenk Goebbels an sie war. Sie wurde dann zum SS-Offizierskasino umfunktioniert, natürlich gegen das Gesetz, und erhielt zu einem späteren Zeitpunkt sogar eine Rohrpostverbindung zum Führerbunker. Die Wahrheit sieht anders aus, dramatischer sogar. 1878 lässt sich der Nähmaschinenfabrikant Gustav Rossmann eine Villa in der Kurfürstenstraße 58 erbauen. Die Villa wird ihm in den 1920ern vom Privatbankier Georg Blumfeld abgekauft und zu einem Tummelplatz der High Society der Weimarer Republik. Nachdem das NS Regime an die Macht kommt, macht sich eine SS-Behörde die Räumlichkeiten zu eigen. Die Eigentümer der Villa Rossmann werden enteignet und wählen den Freitod. Die Villa übersteht den Krieg und wird 1978 von der Österreicherin Uschi Bachauer in ein Wiener Kaffeehaus verwandelt.

Wiener Kaffeehauskultur im Café Einstein

Wer heute ins Café Einstein auf der Kurfürstenstraße 58 geht, wird sich bestimmte Dinge wünschen: einen perfekten Service, aromatischen Kaffee, eine Speisekarte mit raffinierten Angeboten und ein Ambiente, das an die Wiener Etablissements mit glänzenden Parkettfußböden und Marmortischen erinnert. Während sich in der Filiale Unter den Linden so mancher Promi oder Politiker beim Mittagsplausch austauscht, ist das Stammhaus in Tiergarten für ein anderes Publikum reserviert. Künstler und Kulturschaffende, Schauspieler und Musiker treffen sich hier gelegentlich auf eine Tasse brühwarmen Koffeeinpunch oder ein Stück Käsekuchen. Dieser sollte auch unbedingt probiert werden. Wenn man damit durch ist, macht man sich an den noch besseren Apfelstrudel, der zu den besten der Stadt gehört, wenn mal nicht gerade was mit dem Ofen schief gelaufen ist oder der Patissière einen schlechten Tag gehabt hat. Der Kaiserschmarrn ist sämig und genau richtig, auch nicht zu verachten. Mit einem guten Latte lässt es sich gehörig von 8 bis 24 Uhr schlemmen.

Der besondere Bissen

Maishähnchenschenkel auf Ratatouille, Rosmarinkartoffeln und Paprikadip, Hirschragout mit Waldpilzen, Moosbeerensahne und hausgemachte Semmelknödeln – so hört sich die Tageskarte an. Essen kann man hier die raffiniertesten Speisen. Vom beliebten Einsteinfrühstück (Wurst und Käse, Lachs, Geflügelsalat mit Madras-Curry, Ziegenkäse, Kräuterquark, Obst, Joghurt mit Beeren und Ahornsirup, Marmelade, Honig, Ei, Brotkorb mit Croissant und Butter) für 14,50 für eine Person bis hin zum New Yorker vegetarischen Frühstück findet sich hier alles was der Gaumen so begehren könnte. Die günstigste Vorspeise startet bei 8,50 und ist ein Salat mit Wildkräutern, während die Suppen zwischen 7-8 Euro liegen( Kürbis, Fisch und Rind). Ein kleines Wiener Schnitzel, wunderbar gemacht und mit Preiselbeersoße garniert, schlägt mit 16,50 zwar heftig auf den Geldbeutel, aber es lohnt! Das Café Einstein bietet nun einmal in der Regel einen guten Service, hohe Qualität und köstliche Gaumenfreuden. Natürlich gibt es auch Ausnahmen und man erwischt ab und an eine pampige Kellnerin, die einen ewig auf die Rechnung warten lässt …und die 50 Cent auf der Toilette müssten als Gast auch nicht mehr sein…aber wer ins Einstein geht, lässt sich bekanntlich gerne auf das alles ein – immerhin zahlt man auch für den Ruf und die geschichtsträchtige Location. Das Einstein ist und bleibt eine Institution.

Café Einstein
Kurfürstenstraße 58
10785 Berlin
Telefon: 030 2639190
http://www.cafeeinstein.com

Unter den Linden 42
10117 Berlin
Telefon: 030 2043632
http://www.einsteinudl.com

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Autor: Jens Hohmann The Club Map
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