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Das Weisse Bräuhaus – Die Urbraustätte der Schneider Weisse

Autor: AROMA BERLIN | 22.12.2014 |
Das Weisse Bräuhaus – Die Urbraustätte der Schneider Weisse

Das Weisse Bräuhaus ist, wie viele der Münchner Traditionsgasthäuser, Hipster-freie Zone. Das mag facettenreiche Gründe haben, z.B. haben Hipsterbärte und die Bärte traditioneller bayrischer Männlichkeit wenig gemeinsam. Aber der Hipster würde sich mit einem Urbayern auch einfach nicht verstehen, der eine ist agil und völlig in das Neue verliebt, der andere gibt sich behäbig der Tradition hin und fürchtet nichts so sehr wie schnellen Wandel. Der Gründer des Weissen Bräuhauses hingegen war wohl beides gleichzeitig: Einerseits für seine Zeit ein mutiger Punk der sein Vermögen aufs Spiel setzte, um sein spezielles Weißbier zu brauen, und andererseits jemand, der sich auf eine alte Tradition besann. Wie heute war nämlich auch damals schon das weiße Bier völlig unhip.

Weisses Bräuhaus München


Um den Krieg zwischen braunem und weißem Bier in München zu verstehen, muss man die Machtverhältnisse des mittelalterlichen Münchens begutachten. Damals war München ein königlich-bierseeliges Dorf. Das Hofbräuhaus diente als eine Art Bierkantine für die höfischen Bediensteten, die das dunkle Bier lieber mochten als das helle Bier. Dem Herzog war´s recht, denn es war billiger für ihn in der Herstellung. Bier war in Bayern immer politisch: War der Bierpreis zu hoch, drohte Revolution.

Wer Weißbier brauen wollte, benötigte noch im 19. Jahrhundert ein extra Recht dazu. Georg Schneider hatte das Weisse Hofbräuhaus 1856 gepachtet und erwarb dadurch dieses Recht - von König Ludwig II., den man heute nur noch als den fabelhaften König der Märchenschlösser kennt. Auch er mochte Weißbier nicht und glaubte auch nicht an den Erfolg des unmodischen Getränks. Schneider jedoch wechselte die Lokalität und pachtete den alten Maderbräu an der Stelle des heutigen Weissen Bräuhauses. Das Gasthaus wurde ein Erfolg, weil seine Frau gut kochen konnte und es dort deshalb neben der Brauerei und dem Bierausschank auch gutes Essen gab. Die Marke Schneider Weisse etablierte sich.

Weisses Bräuhaus München


Bei den Münchnern leidet Weißbier bis heute unter seinem trägen Image. Kein junger Münchner wird ein Weißbier bestellen: Clubs, in denen man Weißbier bekommt, würden sofort den Hipstertod sterben, weil es Weißbier nur in Discos auf dem Land gibt. Man kann Weißbier nicht wie das Fuß-Pils in der Hand mit sich herumtragen, denn es schmeckt nicht aus der Flasche. Aber der miese Ruf ist unfair, denn kein Bier geht so gut zusammen mit einer Weißwurst wie das Weißbier. Und damit zurück zum Weissen Bräuhaus, denn für ein Lokal in der Münchner Innenstadt ist es gemütlich, günstig und es gibt echte, frische Leckereien aus der traditionellen bayrischen Wirtshausküche.

Man kann den Tag dort prima anfangen mit einem originalen Weißwurstfrühstück, traditionell bis genau 12 Uhr. Zwei Weißwürste, süßer Senf und ein Weißbier und der Tag endet bei mir so schnell wie er angefangen hat. Aber ist das nicht Münchner Lebensart? Das Weisse Bräuhaus ist ein echtes Wirtshaus mit traditioneller Küche, die vom Schweinebraten bis zur Leberknödelsuppe alles lecker auf den Tisch bringt. Aber das ist bei weitem nicht alles, denn es gibt ältere Spezialitäten, die man eher auf dem Land und um die Jahrhundertwende gerne mochte: Kronfleischküche, also Innereien wie Herz oder Niere, lecker und frisch zubereitet. Dann gibt es eine günstige Mittagskarte, da auch viele Münchner hier gerne zum Mittagessen vorbei kommen. Und eine wirklich raffinierte Karte, die bayrische Klassiker neu erfindet, eine Art Remix. So ein Gericht ist beispielsweise gedünstete Schulter vom bayrischen Ochsen mit Spargel und Bärlauchgemüse. Oder marinierte Rinderbackerl in Balsamico mit Brez`n-Brot. Die Zutaten bezieht man lokal und, wo es geht, in Bio-Qualität. Auch an die Vegetarier denkt man mit Rahmschwammerl und Semmelknödel. Und dazu gibt es neun verschiedene Sorten Schneider Weissbier.

Weisses Bräuhaus München


Und am Ende sitzt man so bierseelig im Sommer vor dem Brauhaus in der Sonne und im Winter gemütlich drinnen und lässt die Welt an sich vorbei ziehen. Abends ist es immer total voll und man sitzt nett mit Münchnern und Gästen aus aller Welt in der holzigen Wirtshausatmosphäre. Und schließlich frage ich mich, wieso Weißbier eigentlich so einen schlechten Ruf hat. Es ist ein sehr leckeres Bier, die Hefe darin ist gesund, und wenn ich mir die Atmosphäre im Gasthaus so ansehe, trinke ich mein Bier lieber gemütlich hier aus dem Glas als das hippe Wegebier aus der Flasche.

Weisses Bräuhaus

Tal 7

80331 München

http://www.weisses-brauhaus.de/

 

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DJ Aroma
Autor: Aroma Berlin DJ Aroma
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