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Der Danckelmannkiez oder JWD, aber schön

Autor: SABINE WIRSCHING | 19.12.2014 |
Der Danckelmannkiez oder JWD, aber schön

Dass es im Friedrichshain schön ist, weiß jeder. Sogar Charlottenburg sagt dem ein oder anderen noch etwas. Aber, liebe Ku‘damm-ist-mir-zu-weit’ler: Noch weiter draußen ist es auch schön. Genauer gesagt: im Dreieck zwischen Schloss Charlottenburg, Westend und Lietzensee.

Neben Stadtautobahn und der recht trashigen Sophie-Charlotten-Straße liegt nämlich der Danckelmannkiez: ein Mikrokosmos unter Platanen. Und mit Überraschungen, denn hier findet man alles, was man für einen entspannten Nachmittag und Abend so braucht.

Ausgehend vom S-Bahnhof Westend, den man mit der Ringbahn erreicht, lässt man diesen Nachmittag am besten mit einer gemütlichen Kuchenstunde im Brotgarten in der Seelingstraße beginnen: Im Sommer sitzt man hier bei einer Tasse Kaffee oder Kakao gemütlich auf dem breiten Bürgersteig in der Sonne. Sonst kann man die angebotenen Kuchen, Kekse, Plundern und Zöpfe genauso wie heiße Suppen und knackige Salate sowie deftige Quiches, Pitas und Tramezzinis in dem rustikalen Innenraum gleich neben der Backstube genießen.

Brotgarten, Seelingstraße 28, geöffnet Mo-Fr 7-18.30, Sa und So 7-15 Uhr

Brotgarten

So gestärkt geht es auf zur Kiez-Entdeckung: Man wandert vorbei an Apotheken mit 50er-Jahre-Beschriftung, türkischen Gemüseläden und Frisören in Mengen, Nobel-2nd-Hand, Änderungsschneidereien und „african art“-Shops. Mittendrin: die winzige Buchhandlung Godolt, deren Verkäufer man ganz schnell glücklich machen kann, wenn man weiß, was man will. Dafür, dass ich bei meinem ersten Besuch Shakespeares Hamlet zielsicher und ohne zu suchen aus dem Reclam-Regal gezogen habe (keine große Sache, ist ja alphabetisch sortiert), bekam ich ein Jobangebot („Sie kennen sich ja aus!“) und fortan ein strahlendes Lächeln zu jedem Kauf gratis dazu.

Buchhandlung Godolt, Danckelmannstraße 50, geöffnet Mo-Mi 10-18 Uhr, Do+Fr: 10-19 Uhr, Sa 10-16 Uhr

Buchhandlung Godolt

Der beste Platz zum Lesen ist übrigens der Ziegenhof, ein versteckter Hinterhofpark schräg gegenüber. Wenn man will, kann man sich im Eiscafe Fedora neben dem Durchgang noch ein ausgefallenes Kräutereis dazukaufen, aber die Ruhe auf dem kleinen Stadtbauernhof tut es auch: Das Grundstück muss ein ausgebombter Hinterhof sein; die Vorderhäuser stehen noch, und aus dem brachliegenden Grundstück ist ein Spielplatz mit Rutsche und Sandkiste geworden. Außerdem gibt es in einem Gehege drei Ziegen und manchmal laufen Hühner herum. Drum herum haben die umliegenden Kinderläden kleine Lernbeete mit Gemüse und Kräutern angelegt. Außerdem gibt es ein paar Bänke, auf denen man stundenlang sitzen und schmökern kann.

Ziegenhof Berlin

Bis der Magen wieder grummelt: Zeit zum Abendessen! Und für ein bisschen Exotik mit altindischen Spezialitäten im Chenab. Zur Vorspeise gibt es Papadam mit drei Saucen vom Haus (die rote sollte man erst essen, wenn auch das bestellte Getränk da ist), und danach gibt es von diversen Panir-Variationen über Fleisch, Fisch, Grillspezialitäten und Currys bis zum süßen Kulab Jamun mit Kardamom und Safran alles, was das Herz und Magen begehren. Auch Veganer werden hier mittlerweile fündig.

Chenab, Knobelsdorfstraße 35, geöffnet Mo-So 12-24 Uhr

Den Abend beschließen kann man dann entweder im Dicken Wirt, einer klassischen Berliner Raucherkneipe oder dort, wo der Rundgang begann: In der Seelingstraße mit „Stullen, Bier und Rock’n’Roll“ im Goldesel. Im gemütlichen Wohnzimmerambiente heißt es dann prost! mit einem von 18 verschiedenen Flaschenbieren: darauf, dass es auch außerhalb von F‘hain und Prenzl’berg schöne Ecken in Berlin gibt.

Goldesel, Seelingstraße 7, geöffnet Mo-Sa ab 17 Uhr.

Weitere Infos:

http://www.brotgarten.de/

http://www.buchhandlung-godolt.de/

http://www.chenab-restaurant.de/

http://www.goldesel-berlin.de

 

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Autor: Sabine Wirsching Rocknroulette
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