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Der Samariterkiez. Teil 1: Punk, Pasta, Puppenwagen

Autor: KATJA THIEDE | 21.1.2015 |
Der Samariterkiez. Teil 1: Punk, Pasta, Puppenwagen

Vom mittlerweile von Touristen regelrecht überrannten Simon-Dach-Kiez ist das Samariterviertel nur durch die Frankfurter Allee getrennt. Die sechs Spuren scheinen jedoch einen ziemlich zuverlässigen „Schutzwall“ gegen das allabendliche Halli Galli südlich der Allee zu bilden. Denn zwischen der „Frankfurter“ im Süden, der Petersburger Straße im Westen, dem ehemaligen Zentralen Vieh- und Schlachthof im Norden und der Ringbahn im Osten geht es erstaunlich entspannt zu – wenn nicht gerade die linksautonome Szene rebelliert. Denn lange Zeit war das Viertel durch Hausbesetzer geprägt. Überbleibsel finden sich noch heute, etwa in Form alteingesessener Kiezkneipen und alternativer Wohnprojekte. Doch die voranschreitende Modernisierung der Altbauten zieht zunehmend auch Besserverdiener und junge Familien in die Gegend – und sorgt mitunter für Aufruhr unter denjenigen, die das Viertel für sich und ihren Lebensstil beanspruchen. „Punk meets Puppenwagen“ könnte man überspitzt sagen. Trotz schwelender Konflikte eine nicht unattraktive Mischung. Denn das Nebeneinander echter Institutionen, dunkler „Schuppen“ und kulinarischer Perlen macht den Samariterkiez erst so richtig lebens- und liebenswert.

Kiezkneipe im Samariterkiez

Kiez-Urgestein: Das Filmrisz

Ob Schuppen oder Perle kann jeder für sich entscheiden. Fakt ist: das „Filmrisz“ ist eine feste Größe im Samariterkiez. Seit über 20 Jahren existiert die Kneipe in der Rigaer Straße. Neben anständigen Getränkepreisen (Bier 1,50 Euro, Wein 2 Euro, Schnaps 1,50 Euro, Kaffee 1 Euro) gibt es hier auch Kultur auf Augen und Ohren. So finden im „Filmrisz“ in regelmäßiger Unregelmäßigkeit Filmabende und Ausstellungen abseits des Mainstream statt.

Filmrizs, Rigaer Straße 103, täglich 20 Uhr bis sonstwann (so die Betreiber)

http://www.filmrisz.org/

Im Dunkeln ist’s gut Wein trinken: Der Weinsalon

Schön urig, schön düster und definitiv nichts für Leute mit zu wenig Sitzfleisch. Denn die Sofas im Weinsalon zeugen von langen durchzechten und durchquatschten Nächten, sodass sich auch schon mal die ein oder andere Feder oder Holzplatte in Po-Nähe bemerkbar macht. Der Salon mit Billardtisch kann auch für Feiern angemietet werden. Im Zweifelsfall lohnt sich also ein kurzer Anruf im Vorfeld, ob am Abend jeder kommen kann oder eine geschlossene Gesellschaft den schönen Laden in Beschlag nimmt.

Weinsalon, Schreinerstraße 59, geöffnet ab 19 Uhr (open end)

http://www.wein-salon.de/

Weinsalon Samariterkiez

Mittelmeerküche mitten im Kiez

Eine echte Perle für Freunde frischer, vor allem vegetarischer Küche, ist das „Mio“ in der Samariterstraße. Auch ohne Meerblick lässt das kleine mediterrane Bistro Herz und Gaumen höher schlagen. Dafür sorgt zum einen die Wochenkarte mit manchmal ausgefallenen, in jedem Fall aber abwechslungsreichen Gerichten, die Feinkosttheke mit frischen Pasten und die große Weinauswahl in den Regalen. Ihrem Namen alle Ehre machen die „Spezialitäten des Hauses": Das „Mio-Brot“ (gefülltes Fladenbrot) in zwei Variationen und Langos (frittierter Hefeteig belegt mit verschiedenen Pasten, Gemüse und Weinblättern) sind einen Ausflug in den Samariterkiez in jedem Fall wert.

Mio, Samariterstraße 36, geöffnet 10-23 Uhr

http://www.mio-berlin.de/index.html

 

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Freie Autorin
Autor: Katja Thiede Freie Autorin
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