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“Freistaat” Odonien: Wo SUBKULTUR groß geschrieben wird

Autor: RAOUL KRANZ | 14.7.2014 |
“Freistaat” Odonien: Wo SUBKULTUR groß geschrieben wird

Den Kölner „Freistaat“ Odonien zu beschreiben, ist gar nicht so einfach. Wer einen zufälligen Blick über das Gelände wirft, könnte leicht glauben, es handelt sich bloß um eine Müllkippe. Doch in Wirklichkeit gedeiht hier seit Jahren eines der spannendsten Kulturprojekte Kölns.

Beim alternativen Veranstaltungsort wird Subkultur auf jeden Fall groß geschrieben. Denn das urbane Museum will mehr Freiräume für ausgeflippte Projekte jenseits des großen und häufig festgefahrenen Kunst- und Kulturbetriebs schaffen.

Odonien liegt direkt neben dem Pascha in Köln Nippes. Trotzdem lohnt sich der liederliche Weg auf das große Areal in der Hornstraße 85. Ein langer Pfad führt entlang von Bretterbuden und den Bahnschienen zum eingeschossigen Gebäudekomplex mit geräumigem Biergarten.

Überall, wohin das Auge blickt, gibt es ausgefallene Konstruktionen und Kunstwerke aus Metallschrott, teils in gigantischen Dimensionen, zu bewundern. Auch Wasserspiele und Feuerinstallationen sind zu finden. Dahinter steckt der eigensinnige Gründer des Freistaates, Odo Rumpf, höchstpersönlich. Er betrachtet die kulturpolitische Situation in Köln als „desolat“.

Daher versucht das Kölner Urgestein seit 1992 auf dem ehemaligen DB-Ausbesserungswerk einen autonomen Raum für unabhängige Künstler jenseits der staatlichen Subventionen zu schaffen. Das bedeutet, dass jeder Kölner Künstler, aber auch Gäste aus aller Welt mitmischen dürfen. Jeder Interessierte kann das Gelände übrigens auch für private Feiern im kleineren Kreis mieten.

Eingang vom Kölner Veranstaltungsort Odonien

Entsprechend bunt und abwechslungsreich ist das Programm des engagierten Veranstaltungsortes. Von Trödelmärkten und gemütlichen Sessions im Biergarten, über Künstler-Performances, Theater-Improvisationen und Film-Screenings, hin zu Live-Konzerten, Elektro-Partys oder tagelangen Festivals ist einfach alles auf dem weitläufigen Gelände anzutreffen.

Eintritts- und Getränkepreise wie auch das Publikum variieren bei einem so breit aufgestellten Veranstaltungsort natürlich erheblich. Trotzdem kann man sich bei dem idealistischen Projekt eigentlich immer sicher sein, auch mit ein paar Euros einen tollen Abend mit interessanten Gästen erleben zu können. Da sic h die verwinkelten Bretterverschläge leider eher schwerlich beheizen lassen, gibt es allerdings immer eine kleine WInterpause.

Mit seinem bröckligen Berliner Hinterhof-Charme sucht der „Raum zur Entwicklung für Kunst, Kultur und Forschung“ nicht nur in der Rheinstadt seines Gleichen. Natürlich muss einem so ein morbider Großstadt-Charme inklusive die dazu gehörigen Charaktere, Künstler und Originale gefallen. Odonien kann man spektakulär, skurril oder auch scheußlich finden. Für jeden ist das Subkultur-Terrain mit seinen ausgefallenen Projekten sicherlich nicht etwas – aber das ist auch verdammt gut so!

Weitere Infos:

http://www.odonien.de/

http://www.odorumpf.de/

 

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Freier Autor
Autor: Raoul Kranz Freier Autor
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