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5 Foodie-Tipps für regionales und nachhaltiges Essen in Berlin

Autor: Susanne Opel | 7. Juni 2016

Regionales und nachhaltiges Essen in Berlin

In den USA ist die Farm-to-Table-Bewegung schon seit einigen Jahren auf dem Vormarsch, so langsam kommt die Idee auch in Deutschland an: Immer mehr Menschen wollen wissen, wo ihr Essen herkommt und legen Wert auf Bio-Produkte und kurze Wege. Berlin ist wie bei allen Foodtrends natürlich vorne mit dabei. Ich möchte Euch hier einige Restaurants vorstellen, bei denen Ihr die Vorteile regionaler, saisonaler Küche am eigenen Leib erfahren könnt. Am Ende gibt es auch noch eine erstklassige Adresse zum nachhaltigen Einkaufen, denn echte Nachhaltigkeit fängt natürlich zuhause an. 

Nobelhart & Schmutzig

Im Nobelhart & Schmutzig in der Friedrichstraße in Kreuzberg speist man "brutal lokal". Die Betreiber unterstützen die Produzenten aus der unmittelbaren Umgebung Berlins und beziehen ihre Zutaten ausschließlich aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Dabei sind sie so konsequent, dass alles, was von weiter her kommt, auch solche Alltäglichkeiten wie Pfeffer oder Zitrone, in ihrer Küche einfach nicht vorkommt. Mit diesem Anspruch unterwerfen sie sich natürlich auch dem Prinzip einer radikalen Saisonalität: Es kommt nur auf den Teller, was gerade wächst und gedeiht, oder was während der Saison durch Fermentieren, Säuern, Einwecken oder andere Methoden haltbar gemacht werden konnte. So lernt man bei einem Besuch nicht einfach nur die lokalen Lebensmittel wie zum Beispiel Nackthafer, Knoblauchrauke oder Kirschpflaumenblüten besser kennen und tut der Umwelt etwas gutes, nein, die Gäste lernen auch wieder, althergebrachte Verarbeitungstechniken wertzuschätzen. Getreu dem Motto "es wird gegessen, was da ist", gibt es keine Auswahl aus der Speisekarte, sondern ein einheitliches Menü für alle Gäste. Eine gute Gelegenheit, sich einfach einmal fallen zu lassen und zu genießen. 

 

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Ein von Ken Ceder (@kenceder) gepostetes Foto am

 

Lokal

Das Lokal in der Linienstraße in Mitte serviert seinen Gästen moderne deutsche Küche aus weitgehend lokalen und regionalen Zutaten. Dementsprechend wechselt auch hier die Karte je nach Saison. Anders als im Nobelhart & Schmutzig stellt man sich im Lokal das Menü selbst zusammen und kann so selbst entscheiden, ob einem der Sinn nach einem etwas aufgemotztem, neu interpretiertem Klassiker wie Rumpsteak oder Roulade steht und man einmal etwas ganz Neues ausprobieren möchte. Die Konzentration auf das Regionale bringt auch im Lokal das (Wieder-)Entdecken von Zutaten mit sich, die mitunter jahrzehntelang aus der deutschen Alltagsküche verschwunden waren. Wer schon immer einmal wissen möchte, wie Helianthwurzel, Knollenziest oder Pasaniapilz schmecken oder welche Kräuter gut zu einem Käsekuchen passen, der ist im Lokal genau richtig. Ein Besuch ist in jedem Fall inspirierend und lässt einen die heimische Sommerwiese mit ganz neuen Augen ansehen. 

 

Kopps

Nur ein paar Schritte die Linienstraße hinauf und damit ebenfalls in Mitte liegt das Kopps, direkt am Koppenplatz. Hierhin strömen Berlins Veganer und Vegetarier am Wochenende, um das reichhaltige vegane Brunch zu genießen. Dieses hat alles zu bieten, was man sich von einem guten Brunch erwartet, bis hin zu veganem Rührei, veganern Käse- und Wurstspezialitäten und veganem Kaiserschmarrn. Doch auch abseits vom Brunch gibt es im Kopps viel zu entdecken: Das Team nimmt für sich in Anspruch, Gemüse sexy zu machen und aus hochwertigen, überwiegend regionalen und saisonalen, Zutaten in Bio-Qualität so vielseitige Gerichte zu kreieren, dass auch passionierte Fleischesser nichts vermissen. Wer sich erst einmal vorsichtig an die vegane Küche herantasten möchte, kann jeden Abend zwischen 18 und 19:30 Uhr zu einem 3-Gänge-Menü à la carte für 19 € vorbeischauen und sich mit anderen Interessierten austauschen und Kontakte knüpfen. Natürlich herrscht abends auch der normale Restaurantbetrieb, bei dem man ein 3- bis 5-gängiges saisonales Menü oder nach Herzenslust aus der Karte bestellen und schlemmen kann.

 

Celebrating 1 week as a vegetarian with one of the best meals I've ever had.

Ein von Joey Medrington (@joeymedrington) gepostetes Foto am

 

Meraba

Wer gute Küche aus regionalen Zutaten schätzt, muss deswegen nicht gleich einen ganzen Abend im Restaurant verbringen: Im Meraba in der Greifswalder Straße in Prenzlauer Berg, direkt an der Tramhaltestelle Hufelandstraße, gibt es den Berliner Alltagsklassiker Döner aus Neuland-Fleisch. Das besondere am Neulandfleisch ist der Verzicht auf genmanipuliertes Futter und eine besonders artgerechte und umweltschonende Tierhaltung. Die Dönerspieße (Rind oder Geflügel) bezieht Inhaber Ilker Halici vom Neulandfleischer gegenüber. Das Fleisch ist nur wenig teurer als bei herkömmlichen Dönerläden, schmeckt aber deutlich besser. Das gute Gewissen tut sein übriges. Auch die restlichen Zutaten können sich sehen lassen, neben dem üblichen "Knoblauch, Kräuter oder Scharf?" hat man hier noch die Auswahl aus ganz anderen Saucen, etwa Mango oder Curry, die dem guten alten Döner noch einmal ein völlig neues Gesicht geben. Übrigens: Direkt nebenan gibt es auch klassisch deutsche Imbisskost wie Currywurst und Buletten in Neuland-Qualität!

 

 

Original Unverpackt

Den Nachhaltigkeitsgedanken spinnt Milena Glimbovski in ihrem Supermarkt Original Unverpackt in der Wiener Straße in Kreuzberg noch etwas weiter: Nicht nur die Produkte selbst, sondern auch ihre Verpackung sollte nachhaltig sein. Möglichst wenig Müll zu produzieren gehört schließlich zu den Grundsäulen eines nachhaltigen Lebenstils. Dass ein Supermarkt ohne unnötige Verpackungen funktioniert, davon kann man sich im "OU" selbst überzeugen. Mit mitgebrachten oder vor Ort gekauften Behältern, die immer wieder verwendet werden sollen, kann man sich exakt die Mengen Spaghetti, Linsen, Mehl oder Zucker abfüllen, die man auch tatsächlich braucht, so wird nicht nur Müll vermieden, sondern auch, dass übriggebliebene Lebensmittel verderben und entsorgt werden müssen. Außer Lebensmitteln gibt es auch Spirituosen, Kosmetikprodukte, Reinigungsmittel, Bücher und Küchenzubehör. Schon einmal eine Zahnpasta am Stiel gesehen oder auswaschbare Abschminkpads benutzt? Nicht? Dann nichts wie auf zu Original Unverpackt!

 

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Weitere Informationen:

https://nobelhartundschmutzig.com

http://www.lokal-berlin.blogspot.de

http://www.kopps-berlin.de

https://www.meraba.de

http://original-unverpackt.de

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