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Für Entdecker und Philosophen: Der Schillerkiez in Berlin-Neukölln

Autor: KATJA THIEDE | 14.7.2014 |
Für Entdecker und Philosophen: Der Schillerkiez in Berlin-Neukölln

Der Schillerkiez zwischen Tempelhofer Feld und Hermannstraße wird zunehmend in einem Atemzug mit Trendvierteln wie dem rund um die Simon-Dach-Straße oder „Kreuzkölln“ genannt. Dass der Kiez sich wandelt, ist unverkennbar. In den Straßen eröffnen neue Cafés und Galerien und die Anzahl sanierter Hausfassaden wächst in ebenso rasantem Tempo wie die der Hipster, die auf dem Weg zum Tempelhofer Feld noch einen Abstecher in einen der neuen Second-Hand-Läden unternehmen. Wer sich etwas Zeit nimmt und genauer hinsieht, findet im Kiez aber auch jede Menge Spuren des schwelenden Zorns derer, die hier jahrzehntelang zu günstigen Mieten unter dem Lärm der landenen Flieger lebten und nun, da die Kreativen und Besserverdienenden die ruhige Gegend um die idyllisch anmutende Schillerpromenade für sich entdeckt haben, weichen sollen. Der Protest entlädt sich mal mehr, mal weniger subtil. Schmierereien an frisch gestrichenen Hauswänden und eingeschlagene Fensterscheiben neu eröffneter Lokale und Künstlerwerkstätten gehören ebenso dazu wie kleine Botschaften an Hauseingängen und die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema „Gentrifizierung“ im öffentlichen Raum. Es lohnt sich also, sich einfach mal ein paar Stunden Zeit zu nehmen und den Schillerkiez mit offenen Augen zu erkunden.

Protest im Neuköllner SchillerkiezSchillerbar in Neukölln

Frollein Langner

Für einen Zwischenstopp auf der Entdeckungstour durch den Schillerkiez ist das „Frollein Langner“ in der Weisestraße die ideale Location. Nicht nur, weil es sich hier in den warmen Monaten wunderbar am Wegesrand bei Kaffee und Kuchen entspannen lässt, sondern auch, weil man hier eigentlich immer ins Gespräch mit anderen Menschen kommt. Obwohl die Bar mit ihren alten Flohmarktmöbeln genau ins Schema der „Szene-Bars“ zu passen scheint, ist das Publikum durchaus vielfältig. Alteingesessene Kiezbewohner zieht es ebenso hierher wie Studierende und Trendsetter auf der Suche nach neuen, hippen Locations. Neben den günstigen Preisen sind es wohl auch die leckeren Getränke und die entspannte Atmosphäre, die dafür sorgen, dass sich hier fast jeder wohlfühlt. Die Wahrscheinlichkeit, bei einem Käffchen in eine philosophische Debatte mit dem Tischnachbarn zu verfallen oder bis in die frühen Morgenstunden mit neuen Leuten am Kickertisch zu versacken, ist hoch.

Frollein Langner, Weisestraße 34, 12049 Berlin, http://www.frollein-langner.de/

Kieztreff: Das Frollein Langner im Schillerkiez

Water under the bridge

Eine echte Perle des Schillerkiezes funkelt ganz unscheinbar in der Okerstraße vor sich hin und wartet darauf, entdeckt zu werden. Der Laden „Water under the bridge“ verkauft eine feine Auswahl schöner wie angesagter Second-Hand-Kleidung zu fairen Preisen und Selbstgemachtes junger Designer wie Schmuck, Lampen und Accessoires. Die Betreiberin teilt sich den Shop mit den Jungs von „Atzeton“, die Kunstwerke im Siebdruckverfahren auf Leinwände und Kleidung bringen. Ein Laden zum Stöbern, Entdecken, Schnacken und Wohlfühlen.

Water under the bridge, Okerstraße 40, 12049 Berlin, http://www.water-under-the-bridge.com/

Das Water under the bridge im Schillerkiez

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Freie Autorin
Autor: Katja Thiede Freie Autorin
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