GROUPON GUIDE HAMBURG

Klein Flottbek – immer eine Reise wert

Autor: JANNY SCHULTE | 20.2.2015 |
Klein Flottbek – immer eine Reise wert

Ob im Frühling, Sommer, Herbst oder Winter, hier kommen Naturfreunde auf ihre Kosten.Für den botanischen Rundgang nimmt man aus der Innenstadt am besten die S1 und kaum ist man an der Station Klein Flottbek ausgestiegen, steht man schon so gut wie im Botanischen Garten Hamburgs.
Seit 2012 ist er nach Loki Schmidt benannt, der verstorbenen Gattin unseres Altkanzlers Helmut Schmidt, der auch jetzt manchmal noch fröhlich quarzend in Erscheinung tritt.Loki Schmidt war eine große Naturfreundin und Botanikerin und unterstützte zeitlebens die botanischen Einrichtungen der Hansestadt.

Hamburg, glücklicherweise eh schon eine extrem grüne Großstadt, wartet mit dem Loki-Schmidt-Garten mit einem Pflanzenparadies der Extraklasse auf. Vor allem im Spätsommer kriegt man sich kaum ein, ob der schieren Blüten- und Farbenpracht. Die Rabatten sind präzise und akkurat angelegt und doch ist man ganz in der Natur. Das riesige, parkähnliche Gelände wird in verschiedene Bereiche unterteilt und reicht von Nutz-und Giftpflanzen, zu einem Gesteins-und Rosengarten, bis hin zu dem, im hinteren Teil der Anlage gelegenen Areal, in dem die Fauna verschiedenster Kontinente gezeigt wird.

Klein Flottbek - Botanischer Garten

Je nach Lust und Laune kann man hier auf den Wegen lustwandeln, sich die Zeit vertreiben und dabei eine Menge Wissenswertes erfahren. Eine Stunde sollte man hierfür mindestens einplanen. Nach oben sind, außer durch die Parköffnungszeiten, keine Grenzen gesetzt - hier findet man überall ein Plätzchen in der Sonne auf einer der zahlreichen Bänke.
Wenn dann langsam der Hunger kommt kann man sich entweder im Cafe Palme, dem Speisebetrieb des botanischen Gartens stärken, oder, eher empfehlenswert, Ralphs Cafe im Jenisch Park einen Besuch abstatten. Dazu muss man eigentlich nur wieder auf die andere Seite der Bahngleise, ca. 10 Minuten dem ausgeschilderten Weg folgen und schon ist man im nächsten grünen Paradies Hamburgs angekommen.

Jenischpark

Der Jenischpark überrascht den unwissenden Neuankömmling erst einmal mit seiner Natürlichkeit und dann mit seiner Größe von 42 Hektar. Schon seit 1982 steht der Park unter Naturschutz, ist jedoch erst seit 1939 der Öffentlichkeit zugänglich. Uralte und riesige Bäume säumen die breit angelegten Spazierwege, die unter anderem zum berühmten Jenisch-Haus und zum Ernst-Barlach-Haus führen.

Das Museum des Zeichners, Grafikers und Bildhauers wurde von Hermann F. Reemtsma gestiftet. Das F steht übrigens für Fürchtegott und wenn man bedenkt, dass die Unternehmerfamilie tatkräftiger Unterstützer der Nazi-Politik des dritten Reiches war und gleichzeitig die Arbeit des als entartet eingestuften Künstlers Ernst Bärlach förderte, fragt man sich unweigerlich,wie das Zwiegespräch am Himmelstor wohl ausgesehen haben mag.

Nun ja, das wird man nie erfahren und da wir alle glücklicherweise noch munter auf dieser Erde, genauer gesagt im Jenischpark, wandeln, werden nun erst einmal die menschlichen Bedürfnisse wie Hunger und Durst gestillt. Der place-to-be ist das bereits erwähnte Ralphs Cafe. Zwischen Oma, Opa, Kind und Rauhaardackel kann man es sich auf einem der Outdoorplätze gemütlich machen und am besten die Begleitung dazu verdonnern Kaffee, Kuchen, Softdrinks und Snacks zu besorgen.

Schaugewächshaus im Jenischpark

Ein kleiner Geheimtipp sei an dieser Stelle erwähnt: Das Schaugewächshaus der Stadt Hamburgs liegt direkt neben Ralphs Cafe und dorthin verirrt sich seltsamerweise nie jemand. Gut, das Ding ist furchtbar klein, aber: „die Pflanzung ist relativ exakt dem Pflanzenbestand des Herrn von Jenisch nachempfunden und damit ein einzigartiges Beispiel der Gartenkultur des 19. Jahrhunderts“ und außerdem gibt es da einen ganz tollen Miniteich mit Goldfischen, die man wunderbar beobachten kann, während man sich, zwischen Hibiskusblüten und Orchideenstauden, in die Tropen versetzt fühlt.

Was will man mehr von einem schönen Tag mitten in der Natur, ohne dass man ernsthaft die Stadt verlassen muss. Ach ja, nach Hause und das geht, kann es besser kommen, von Teufelsbrück aus mit der Fähre, die einen gemütlich durch den Sonnenuntergang, zurück in die Innenstadt schippert.

Weitere Infos:

Botanischer Garten / Loki-Schmidt-Garten
www.bghamburg.de
Jenischpark & Ralphs Cafe
www.imjenischpark.de

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Autor: Janny Schulte Freie Autorin
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