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MS Stubnitz – Raven in der Hafencity

Autor: JANNY SCHULTE | 26.9.2014 |
MS Stubnitz – Raven in der Hafencity

Ach ja, man wird nicht jünger! Mittlerweile hat man sogar so etwas wie geregelte Schlafenszeiten und jedes Wochenende auf Party muss auch nicht sein. Viel lieber spart man sich den Kater, der unfairerweise mit den Zahlen ebenso an Quantität zunimmt, wie an Qualität abnimmt. Wenn man früher nach einer feuchtfröhlichen Nacht, mit zu wenig Schlaf, teilweise sogar noch frischer aussah und sich, immer noch leicht angeschallert, zum Sektfrühstück verabredet hat, endet der morgendliche Blick ab den Dreißigern in krisenähnlichen Zuständen, da man das Gesicht, das einem entgegenblickt nicht wirklich erkennt und eher mit einer sechzigjährigen in Verbindung bringt, als mit sich selbst. Das Sektfrühstück kann man sich sparen, das würde nur in ausgewachsenem Übelkeitsattacken enden. Lieber verkriecht man sich komatös zurück ins Bett und bleibt da, in einem larvenähnlichen Zustand, für die nächsten zwei Tage auch erst mal liegen.

MS Stubnitz - Morgendämmerung durchs Bullauge betrachtet

Auch eine Möglichkeit - den Alkohol einfach weglassen. Ja, das funktioniert! Gut, der Stumpfsinn, der einem aus den alkoholisierten Gesichtern der anderen Partygänger entgegenstrahlt ist teilweise gewöhnungsbedürftig, und die andauernden Kommentare der intoxinierten Partycrowd zur eigenen Nüchternheit können auf Dauer nerven. Auf Dauer wird es einem aber doch zu langweilig immer alleine in seiner Wohnung zu tanzen, und dann ist es mal wieder Zeit, sich ins Nachtleben zu stürzen. Umso schöner ist es dann, wenn man mal wieder einen richtig guten Abend erlebt, der so rundum gelungen ist. Los geht’s erst mal in die Affenfaust Galerie. Hier stellen alte Bekannte ihre neuesten Werke aus, und da ist ein Besuch natürlich Pflicht. Danach ist es ungefähr elf Uhr, eigentlich schon fast Schlafenszeit, aber den ganzen neuen hippen Energydrinks sei Dank wird auch dieser Tiefpunkt überwunden. Wenn man DJ´s zu seinem Bekanntenkreis zählt ist das Abendprogramm eh meist von alleine geritzt. Wenn deren Playtime allerdings von vier bis sechs Uhr morgens ist, muss man einen langen Atem haben. Man kann ja nicht stundenlang auf der gleichen Party rumhocken, deswegen wird erst mal bei Freunden gechillt und die neuesten Deutschrap Videos werden, größtenteils leicht amüsiert, analysiert. Youtube sei Dank, ist dies ja eine neue Art der Freizeitbeschäftigung geworden.

MS Stubnitz - Das Partyschiff in der Hafencity

Weit nach Mitternacht gibt es dann noch eine Runde Pizza für die ganze Bande und danach geht’s mit dem Taxi in Richtung Hafencity. Durch menschenleere Häuserschluchten führt der Weg zur hell erleuchteten MS Stubnitz, der Ort an dem sich die Raver, anstatt der Rentner, auf eine Kreuzfahrtreise begeben. Die Anker werden hier nicht mehr gelichtet, aber auf eine Reise begibt man sich allemal. Über die wackelige Gangway geht es auf´s Deck und dann runter in die verschiedenen Floors des ehemaligen Kühlschiffes der DDR-Hochsee-Fischfangflotte. Der Bass pumpt durch die Gänge und die Crowd schwitzt und stampft sich durch die Nacht. Nach Stunden auf dem Dancefloor muss erst mal Frischluft getankt werden und, es kann schöner nicht sein, draußen geht gerade die Sonne auf, während der Mond auf der gegenüberliegenden Seite untergeht. In solchen Momenten macht weggehen dann wieder mal so richtig Spaß. Mit oder ohne Alkohol.

http://ms.stubnitz.com/

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Freie Autorin
Autor: Janny Schulte Freie Autorin
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