GROUPON GUIDE BERLIN

Paris Moskau – Ein Restaurant im Wandel der Zeiten

Autor: PETER EICHHORN | 19.12.2014 |
Paris Moskau – Ein Restaurant im Wandel der Zeiten

Erstaunliche Gemütlichkeit in der kuriosen Lage zwischen Knast und Kanzleramt strahlt das Gourmet-Restaurant an der Bahntrasse Paris-Moskau aus. Einstmals eine einsame Einkehr im Zonenrandgebiet Westberlins, mutet heute das hübsche Fachwerkhäuschen im Schatten der Neubauten des Hauptbahnhofs und des neuen Innenministeriums, als einzig hoffnungsfrohe Zuflucht für eine genussvolle Einkehr an.

Errichtet im Jahre 1898, diente das Gebäude diversen Gaststätten als Heimat. Seit März 1984 betreibt Wolfram Ritschl das Gebäude, zunächst als russisches Restaurant mit Namen „Josef“, ab 1987 dann als Paris-Moskau. Als am 9. November 1989 die Mauer fällt und der Nahe gelegene Grenzübergang Invalidenstraße seine Schranken öffnet, strömen neugierige Ostberliner in jenes erste Haus im Westen und werden mit dem Hauscocktail „Glasnost“ begrüßt, bestehend aus Vodka und Cassis.

Die bewährte Adresse hörte nie auf, sich zu aktualisieren, und so bietet die Küche unter der Leitung von Stefan Walter heute frische Produkte und Speisen, inspiriert von Berlin und natürlich Paris und Moskau.
Das Design vollzieht eine angenehme Balance zwischen elegant und anheimelnd. Akkurat gedeckte Tische mit weißen Decken und Servietten vor weißen Wänden sorgen für eine moderne Leichtigkeit. Das dunkle Rückbuffet, Säulen und farblich akzentuierte Details an Wänden und Stuckaturen fügen stimmungsvolle Farbtupfer bei. Und das über zwei Etagen, denn neben dem Hauptgastraum zu ebener Erde, stehen im Obergeschoss noch weitere Tische zur Verfügung.

Restaurant Paris Moskau in Berlin

Leider enthielten unsere Speisekarten nicht das Menü, sodass uns diese Option verwehrt blieb, aber auch die regulären Gerichte klangen verlockend. Eine luftige und cremige Hummerbisque zu 13,50 Euro bildete den Auftakt und harmonierte hervorragend mit dem Crémant Rosé von Bouvet (8,50). Die Empfehlung eines Rieslings aus dem Hause Schönborn aus dem Rheingau (4,50), kam nicht ganz so gut mit der eleganten Suppe zu Recht.

Es folgte ein Duett vom Hohenloher Spanferkel (28,50), pfiffig umrahmt von einem perfekt gegarten Trüffelrisotto, von Sherry durchzogener Schalotte und Sauce Bercy. Die Qualität der einzelnen Zutaten schmeckte man heraus, dennoch wurden sie zu einem schmackhaften und zugleich komplexen Gesamterlebnis komponiert.

Knapp 30 offene Weine zu der Weinkarte mit 300 Positionen bieten für jeden Geschmack und Geldbeutel die passende flüssige Begleitung. Eine große Flasche Wasser von Badoit oder Evian schlägt mit 6,50 zu Buche. Die Betreuung durch die Restaurantleitung fiel etwas zurückhaltend aus. Sachlich und professionell zwar, aber dennoch freute man sich über die Herzlichkeit der jungen Servierdame, die die Besuchsqualität deutlich aufwertete.

Das Paris-Moskau bietet sehr gutes Essen und zählt zu jenen Restaurants, die in der Reihe knapp hinter den Sternehäusern stehen. Oft bewährte Adressen, aber nicht so im Fokus der Aufmerksamkeit und im Gespräch der aktuellen Genießerszene. Oft zu Unrecht, wie ein Besuch in dem charmanten Fachwerkhäuschen im Regierungsviertel beweist.

Paris Moskau

Alt-Moabit 141
10557 Berlin-Tiergarten
http://www.paris-moskau.de/

Weitere Artikel

Auch im Vau von Kolja Kleeber und im Filetstück kann man ganz wunderbar essen. Eichiberlin hat das getan und mit einem Klick auf die Bilder gelangt ihr zu seinen Berichten.

Restaurant VauFiletstück

____

Deals für Restaurants in Berlin findet ihr hier!

Eichiberlin
Autor: Peter Eichhorn Eichiberlin
{}