GROUPON GUIDE BERLIN

Ramones Museum oder Hallo, DeeDee – Guten Tag, Eddie Vedder!

Autor: SABINE WIRSCHING | 20.2.2015 |
Ramones Museum oder Hallo, DeeDee – Guten Tag, Eddie Vedder!

Gerade habe ich entdeckt, dass sich das Ramones Museum bei Facebook als „Religiöse Gemeinschaft“ bezeichnet. Abgesehen von dem Lacher, den das erzielte – sämtliche Kirchen wären proppenvoll, wenn sie a) so gemütlich wären, b) eine ebensolche Getränkeauswahl und c) ebensolch illustre Gäste anzubieten hätten.

Denn das Ramones Museum ist viel mehr als das weltweit erste und einzige Museum, das sich der Dokumentation der sogenannten ersten Punkband der Welt verschrieben hat: Es ist auch quasi DIE Pflichtadresse für alle Musiker, die mit ihrer eigenen Musik auf den Pfaden des Rock’n’Roll pilgern. Wenn man Glück hat, begegnet man hier zwischen den dichtgedrängten Vitrinen Eddie Vedder, der vor seinem Auftritt mit Pearl Jam noch ein bisschen Kultur schnuppern geht. Oder hockt beim Bier in der schön-schrottigen Sofaecke neben dem kanadischen Hardrocker Danko Jones. Alkaline Trio, Mando Diao, David Byrne, Billy Talent, Biffy Clyro, Wolfmother, Frank Turner, Against Me!, Royal Republic, Gaslight Anthem… sie alle und noch viele, viele mehr waren schon dort.

Als Besucher – und viele auch als Top-Secret-Geheimtipp bei den kleinen, aber feinen Akustik-Konzerten, die beim Ramones Museum zum Hausprogramm gehören. Understatement und Musik-hautnah-erleben ist dabei Trumpf: Meine Lieblingsgeschichte ist immer noch, wie ich bei meinem ersten Besuch das kleine Museum erst mal gar nicht fand und zwei englischsprechende Typen nach dem Weg fragte. Sie begleiteten mich in die richtige Richtung – und beim Eintreten latschte ich einem weiteren Engländer auf den Fuß (der sich herzlich bei mir entschuldigte). „Man, ganz schön viele Touristen hier“, dachte ich noch, bevor alle Drei mich noch einmal freundlich grüßten, sich auf die Bühne schwangen und als Teil von der britischen Ska-Band Buster Shuffle im Schweiße ihres Angesichts ein großartiges Konzert hinlegten.

Ramones Museum Berlin, Bühne

Ansonsten ist das Ramones Museum ein bisschen wie ein Wohnzimmer. Wie ein kleines Zweit-Zuhause für alle weltbummelnden Musiker – und auch sonst recht heimelig. Auf geschätzt maximal 60 Quadratmetern findet sich hier wohl jeder einzelne Zeitungsausschnitt, der jemals das Wort „Ramones“ enthielt, dazu jede Menge Fotos, jede Menge knallenge Original-Jeans von DeeDee und Co. – all das, was ein verrückter Fan so zusammentragen kann. Das Ganze eher leidlich und sicher nicht nach Museums-DIN-Norm beschildert. Eher nach dem Motto: Wer hier ist, weiß sowieso Bescheid.

Denn hier kommt man nicht unbedingt wegen der Ausstellungsstücke her. Sondern eher wegen der Atmosphäre, die bei all der Promi-Präsenz quasi durchtränkt ist mit Rock’n’Roll, und der damit verbundenen inneren Einkehr in die Musikgeschichte. Insofern: Religiöse Gemeinschaft passt schon. Hail, hail, Rock’n’Roll!

Ramones Museum Berlin, Vitrine

Krausnickstraße 23,
Öffnungszeiten: täglich 12-22 Uhr.
http://www.ramonesmuseum.com/

____

Deals für Museen in Berlin findet ihr hier!

Rocknroulette
Autor: Sabine Wirsching Rocknroulette
{}