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Rote Flora - autonomes Zentrum im Schanzenviertel

Autor: ARNE EWERBECK | 20.1.2015 |
Rote Flora - autonomes Zentrum im Schanzenviertel

Auch über die Grenzen Hamburgs hinaus ist das besetzte Gebäude der Roten Flora bekannt. Leider in der öffentlichen Wahrnehmung vor allem im negativen Sinn. Das Autonome Zentrum ist immer wieder in den Schlagzeilen, wenn es gewalttätige Demonstrationen oder Zwischenfälle im linksextremen Umfeld gegeben hat.

Dabei bietet die Rote Flora und damit viele Menschen, Gruppen und Aktive, die in den verschiedensten Bereichen aktiv sind, ein buntes Programm, an dem sich jeder beteiligen kann.

Das Gebäude besteht seit dem 19. Jahrhundert und beherbergte früher einmal ein Theater (in der neuen Flora findet zur Zeit die Musical-Aufführung zum Phantom der Oper statt), Kino und zuletzt das Warenhaus 1000 Töpfe. Im Jahr 1987 wurde bekannt, dass das Gebäude umgebaut und zu einem Musical-Theater umgebaut werden sollte. Nachdem im April 1988 ein Teil des Gebäude-Komplexes bereits abgerissen wurde, formte sich immer mehr Widerstand gegen die Nutzung als Musical. Durch wiederholte Protestaktionen im Verlaufe des Jahres, wurde das Musicalprojekt aufgegeben. Die leerstehenden Restgebäude wurden am 01.November 1989 für besetzt erklärt.

Seitdem wird das Projekt in Selbstverwaltung organisiert.

Rund um das Grundstück und dessen Nutzung gibt es seitdem immer wieder Streit, Diskussionen und Kontroversen. Aktuell ist das Grundstück im Besitz des Unternehmers Klausmartin Kretschmer, der immer wieder medienwirksam Vorschläge zur Nutzung des Geländes präsentiert.

Die Rote Flora befindet sich inmitten des Schanzenviertels am Schulterblatt. Die besetzten Räumlichkeiten werden mittlerweile vielfältig genutzt. So gibt es verschiedene Gruppen, die regelmäßige Termine anbieten und jedem offen stehen. Dazu gehört zum Beispiel die "Fahrrad Selbsthilfe Werkstatt", die "Siebdruckgruppe", die "Sportraumgruppe" und viele weitere. Darüber hinaus gibt es regelmäßige Termine für Volxküche (Vokü) und diverse Diskussionsveranstaltungen, die vor allem soziale und politische Probleme thematisieren.

Darüber hinaus ist die Rote Flora einer der Veranstaltungsorte für Live-Musik in Hamburg abseits der großen Clubs und Konzerthallen. Vor allem relativ unbekannten Bands aus den Bereichen Hardcore, Punk, Alternative wird von verschiedenen Konzertgruppen eine Bühne geboten. Speziell Bands aus dem Ausland wird so häufig erst ermöglicht ein Live-Konzert in Hamburg zu spielen. Der Eintrittspreis in der Roten Flora beträgt immer maximal fünf Euro und ermutigt so auch zum Besuch, wenn Bands spielen, die in Deutschland eher unbekannt sind.

Neben dem Angebot an Konzerten werden zusätzlich auch Proberäume bereitgestellt, die von Hamburger Bands zum Proben genutzt werden können.

So fanden in den Räumlichkeiten in den letzten Jahren viele hundert Konzerte statt. Darunter auch von deutschlandweit bekannten Bands wie zum Beispiel: Fettes Brot, Turbostaat oder Kettcar, die mit ihren Benefizkonzerten das Projekt „Rote Flora“ unterstützt haben.

Neben den Konzerten finden regelmäßig Partys mit DJs und Musik aus dem Bereich des Dub, Drum and Base, House sowie Techno statt. Darüber hinaus gibt es auch Veranstaltungen, die außerhalb der Roten Flora stattfinden. So zum Beispiel das lange Jahre stattfindende Schanzenfest, Flohmärkte und Kunstaktionen.

Eine Übersicht zu den aktuell anstehenden Terminen findet ihr auf der Website der Roten Flora.

Rote Flora

Schulterblatt 71

20357 Hamburg

http://m.roteflora.de/html/termine.htm

 

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Vegetarian Diaries
Autor: Arne Ewerbeck Vegetarian Diaries
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