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Streetart in Berlin: Wege, die bunte Hauptstadt zu entdecken

Autor: JENS HOHMANN | 21.7.2014 |
Streetart in Berlin: Wege, die bunte Hauptstadt zu entdecken

Was früher Graffiti bzw. Sachbeschädigung privaten oder öffentlichen Eigentums war, heißt heute Streetart, oder gern auch mal Urban Art. Die Zusammenfassung der verschiedenen Formen von Kunst (im weitesten Sinne), die eben auf der Straße passiert, ist in Berlin außerordentlich präsent, und man gibt ihr sogar schon eine Teilschuld daran, gewisse Bezirke aufzuwerten, die dann der Gentrifizierung anheim fallen.

Berlin ist ohne die Werke von El Bocho, Alias und Prost gar nicht mehr vorstellbar. Ihr Bekanntheitsgrad erreicht, zumindest in affinen Kreisen, durchaus den von Banksy weltweit, wenn auch dessen Ideen immer noch unerreicht sind.

So war auch die Stroke Urban Art Fair bereits einige Male zu Gast in Berlin. Zuerst im Postbahnhof und 2013 dann in der Alten Münze. Galerien und Artists präsentieren hier alles von Graffiti, Streetart, Illustrationen, Comics, Grafikdesign bis Motion Design, ohne die, oftmals bierernste, Mentalität traditioneller Kunstpräsentationen. Leute mit etwas Ahnung reden dabei von Stencils, Poster, Cut-Outs, Sticker-Styles und natürlich von Farbe anne Wand.

Solcherart Gebilde finden sich an verschiedenen Plätzen und Straßen in Berlin. Nicht überall, also in Charlottenburg und Steglitz wird man eher vergeblich suchen, aber Prenzlauer Berg, Mitte und Kreuzberg haben ordentlich was zu bieten.

Graffiti auf dem RAW Gelände in Berlin

Rund um die Oranienstraße in Kreuzberg ist ganz klar ein Zentrum für Streetart in Berlin zu finden. Das erstreckt sich bis runter zum Schlesischen Tor. Von da aus ist es nur ein Katzensprung über die Oberbaumbrücke ins benachbarte Friedrichshain. Und dort findet sich gleich das RAW Gelände. Das gesamte Gelände an der Warschauer Straße, auch bekannt als Berlins "Techno Strich", was keinesfalls irgendetwas mit dem Verkauf von weiblichen Weichteilen zu tun hat, sondern sich auf diverse Clubs, die auf dem Gelände beheimatet sind, bezieht, ist ebenfalls eine Foto Tour wert. Hier finden sich riesige Murals, also Wandgemälde und mit der Urban Spree auch gleich eine Location, die sich auch der Streetart Kultur verschrieben hat.

Graffiti in der Dircksenstraße in BerlinGraffiti in der Dircksenstraße in Berlin

Ebenso ist die Dircksenstraße, die vom Hackeschen Markt über den Alexanderplatz bis hin zur Jannowitzbrücke verläuft, und direkt vom dem Golden Gate Club endet, immer wieder ein guter Ort, um neue Kreationen von Streetart in Berlin aufzuspüren.

Etwas ab vom Schuss, aber nichtsdestotrotz spannend ist eine Wanderung hinter den Mauerpark. Am Ende überquert man eine lange Fußgängerbrücke. Danach muss man noch über die Bornholmer Straße und dann noch weiter geradeaus. Einen Weg an einer Schrebergarten Kolonie entlang, kurz über eine Wiese und dann ist man direkt an den Gleisen der S-Bahn. Dort erstreckt sich eine lange Mauer, die Rückwände eines langezogeenn Garagenbaus, wo man sich wirklich gelungene Graffitis anschauen kann, nachdem es den Sprayern verboten wurde, auf der WALL oben am Helmut Jahn Stadion (auch im Mauerpark) zu malen. Seitdem haben sich auch wieder die Train bombings gehäuft, und wen man morgens auf der Ringbahn unterwegs ist, kann man ab und zu wieder neue Graffitis auf den S-Bahn Waggons bestaunen.

Im ehemaligen Kinderkrankenhaus Weissensee finden Kreative viel Platz

Wer es mal so richtig mysteriös haben möchte, ist mit einem Besuch des ehemaligen Kinderkrankenhauses Weißensee gut bedient. Seit Jahrzenten verfallen, haben sich hier auch diverse Street Art Künstler verewigt und ein kleines "5Pointz" geschaffen. Es gibt mehrere Gebäude, die sich alle frei begehen lassen, und hinter jedem Treppenabsatz warten neue Bilder. Ein ähnlich spiritueller Ort ist das Bahnbetriebswerk Pankow. Hier ist aber Vorsicht geboten, denn das Gelände darf eigentlich nicht betreten werden. Wer es trotzdem nicht lassen kann, sollte zumindest 10 Euro mitnehmen, denn soviel kostet der Spaß, falls man einer Polizeipatrouille über den Weg läuft.

Streetart im Bahnbetriebswerk Pankow

Weiterführende Informationen:

http://www.stroke-artfair.com/

http://www.raw-tempel.de/

 

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Autor: Jens Hohmann The Club Map
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