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Süße und Saure Seiten im Süß war Gestern

Autor: JENS HOHMANN | 16.1.2015 |
Süße und Saure Seiten im Süß war Gestern

Vielleicht ist das Süß war Gestern nicht unbedingt putzig, aber charmant und irgendwie wohnlich schon. Es befindet sich abseits der vielen anonymen touristenorientierten und relativ gleichartigen Bars in der Umgebung der Warschauerstraße. Die in der Wühlischstraße 43 gelegene Raucher-Bar bietet die gesamte Woche ab 20 Uhr heimelige Wohnzimmeratmosphäre und am Wochenende wabernde Elektrosausen zu guten Preisen. Die ehemalige Eckkneipe ist zugestopft mit breiten Sofalandschaften, die hier für große Gruppen einen Platz zum Kuscheln, Ausruhen und Verweilen bieten. Zwei Tischkicker warten im Eingangsbereich darauf bespielt zu werden. Der Pink-Mojito gehört zu den Spezialitäten des Hauses, welches außen an der quietschbunten Art Deco-Pop-Art Wandkunst und dem Maschinengewehr haltenden Häschen zu erkennen ist. Egal, ob man nur Abhängen und mit seinen Freunden eine der Nintendo64-Konsolen in der Ecke belagern will (bei R’n’B und Soul montags), Loungen und gepflegte Gespräche führen möchte oder ob man Tanzen oder sich einem guten Rausch hingeben möchte (ab Freitag mit House und Electro) – das atmosphärisch an die Sixties und Seventies orientierte Süß war Gestern hält für Schnapsdrosseln und hyperaktive Cinderellas all diese Möglichkeiten bereit. Der Laden wird von den gleichen Typen gemacht, die auch das "Zu mir oder zu dir" im Prenzlauer Berg betreiben. Das Konzept ist daher natürlich ähnlich, nur eben dass im Zumi kein zweiter Floor zum rocken da ist.

Süß war gestern

Der Mehrzweck Laden: Trinken und Tanzen in einem

Wenn einem dann die Füße abfallen, fangen einen die plüschigen Polstersessel auf, sofern dann noch Platz darin sein sollte – denn am Wochenende wird es sehr voll, sehr rauchig, sehr eng. Dass diesige rötliche Licht, welches ansonsten intime Momente verstärkt und die Luft knistern lässt, kann in solchen Situationen auch klaustrophobische Anfälle fördern. Es kann zur Zerreißprobe werden einen Drink am einzigen Tresen zu ergattern, und Geduld will hier wirklich geübt sein. Stehen auch. Oder Drängeln und Winken. Oder Betteln. Denn sobald hier mal was geht, steht man nur noch auf dem Fleck. Die zwei Floors werden ausgefüllt bis zum letzten Mann. Die einzige Rettung besteht dann nur noch darin, vor die Tür zu gehen. Das zum Video-Screen umgebaute Schaufenster zieht die Blicke von beiden Seiten auf sich, sodass einem visuell ein wenig Ruhe geboten wird. Es kann nicht gesagt werden, dass die Location einzigartig oder für Berliner Verhältnisse originell ist, dafür gibt es zu viele vergleichbare Bar-Club-Lounge-Frankensteine, aber es ist dennoch ein Ort an dem es sich wunderbar Absacken und Spaß haben lässt, wenn man sich nicht allzu schnell von großem Andrang verschrecken lässt.

Eine gute Anlaufstelle, wenn man mal Freunde von außerhalb zu Besuch hat

Das Publikum ist irgendwo zwischen 20 und 40 angesiedelt, relativ locker, angenehm, studentisch offen und manchmal auch ein bisschen hipsterlastig. Es kann eine neue Lieblingsbar für die Einen und ein Ort zum Vermeiden für die Anderen werden. Je nach Stimmung sind diese Positionen und Einstellungen natürlich variierbar. Generell ist das Süß war Gestern ein Ort der viele Geschmäcker trifft. Wäre es ein wenig leerer und würde es unbekannter bleiben, besteht sogar am Wochenende Hoffnung auf Luft. Vergleichbar mit der Muschi Obermeier oder dem August Fengler lässt es sich hier schöne Stunden verbringen und zu Musik tanzen, die durchschnittlich, aber gut ist.

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The Club Map
Autor: Jens Hohmann The Club Map
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