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Suppen aus aller Welt - schnell, lecker, einfach und gesund

Autor: AROMA BERLIN | 8.12.2014 |
Suppen aus aller Welt - schnell, lecker, einfach und gesund

Suppe ist ein kulinarischer Evergreen. Sie ist einfach zuzubereiten, sie ist (meistens) gesund und es geht schnell. Von der einfachen, aber herrlich duftenden Tomatensuppe bis zur chicen Variante wie der Hummersuppe aus dem Sterne-Restaurant geht alles; dazwischen eröffnet die Suppe eine ganze Welt von Geschmäckern. Frische Zutaten sorgen für die nötigen Vitamine und man kann die meisten Suppen einfach und ohne Geschmacksverlust vegetarisch kochen.

Das erste Rezept stammt aus der Türkei und ist ein Klassiker. Ich mag diese Suppe am liebsten zusammen mit einem traditionell starken türkischen Schwarztee :

Türkische rote Linsensuppe – Mercimek Corbasi

Benötigte Zutaten: Rote Linsen (1 Tasse), Tomatenmark, Knoblauch, Zwiebel, Möhre, Gemüsebrühe

Zuerst die klein geschnittene Zwiebel, Möhre und den Knoblauch scharf anbraten, dann kurz einen Deckel auf den Topf geben und das Ganze glasig dünsten. Am Ende kurz Tomatenmark mitbraten und gleich mit Wasser, Gemüsebrühe und Linsen ablöschen. Das Verhältnis von Flüssigkeit zu Linsen beträgt zu Beginn etwa drei zu eins. Nach ca.15 Minuten Köcheln ist das Verhälnis auf etwa 50/50 reduziert. Nun mit dem Stabmixer pürieren und fertig ist die Suppe! Etwas Salz und Pfeffer dazu, eventuell noch Sumach und Zitrone und mit Fladenbrot servieren. Traditionell fügt man etwas Schärfe mit türkischem scharfem Paprika zu. Wenn man dies nicht hat, kann man aber auch einfach Chili-Gewürz verwenden, wie man es überall im Supermarkt bekommt.

Türkische Linsensuppe


Und nun nach Bayern: Wie so vieles in der bayrischen Küche ist die Griesnockerlsuppe eigentlich eine fleischige Angelegenheit, denn man kocht sie traditionell mit Fleischbrühe. Ich mag sie aber vegetarisch lieber, denn so eine würzige Gemüsebrühe ist genau das richtige geschmackliche Hintergrundrauschen für die äußerst leckeren Nockerl. Hier also meine vegetarische Variante:

Griesnockerlsuppe

Gemüsebrühe (entweder aus Lauch, Zwiebel, Möhren und Sellerie selbst machen oder einfach einen leckeren Suppenwürfel verwenden), Butter, Hartweizengries (grob), Ei, Salz

Die Butter bei Zimmertemperatur stehen lassen, dann mit einer Gabel zerdrücken und eine Prise Salz und das Ei untermengen. Dann ca. die selbe Menge Gries in die Masse einarbeiten. Vorsicht, am Anfang sieht alles viel zu flüssig aus, aber der Gries zieht während des Einarbeitens in die Masse nach. Dann die Nockerl in die sprudelnde Suppe geben. Das macht man am einfachsten mit zwei Teelöffeln , in dem man die Masse mit einem Löffel aufnimmt und mit dem anderen formt und dann herunterstreicht. Sobald die Nockerl in der Suppe schwimmen, darf man sie nur noch bei niedriger Hitze köcheln lassen, sonst hat man Griespudding-Suppe. Es dauert um die 15 Minuten, bis die Nockerl gar sind und man servieren kann. Wenn die Nockerl in der Mitte hart werden, hat man Ei und Butter nicht ordentlich zu einer schönen Masse verarbeitet. Aber mir schmecken sie auch so. Und spätestens beim zweiten Mal hat man das raus und immer ein schnelles und leckeres Suppenrezept im Repertoire. Mit frischer gehackter Petersilie schmeckt die Suppe noch besser. Traditionell ist die Suppe in Bayern eine Vorspeise, aber mir langt sie auch als Abendessen.

Grießnockerlsuppe


Suppen sind leicht, vitaminreich und vor allem auch schnell gekocht. Ein Freund erzählte mir mal etwas von einem Blog, der sich damit beschäftigt, die “2 Minuten-Tütensuppe-Falle” zu vermeiden. Was soviel heißt wie: es ist fast genauso einfach und schnell, eine Suppe selber zu machen, wie eine Tütensuppe herzurichten. Nun gut, ich bin echt schnell, aber zwei Minuten habe ich noch nie geschafft. Dafür leiste ich mir den Geschmacksluxus, für eine Suppe auch 10 bis 15 Minuten Kochzeit einzuplanen, denn es schmeckt einfach viel besser als jede Fertigsuppe. Leider ist es selten billiger, es sei denn man verarbeitet die Reste aus dem Vorratsregal zu einer Suppe, doch dazu später.

Das Rezept für eine traditionell thailändische Kokos-Garnelen Suppe habe ich etwas abgewandelt. Nicht weil ich militanter Vegetarier bin, sondern weil mir die Qualität der Lebensmittel wichtig ist. In unseren Breitengraden ist es extrem schwierig, gute und frische Garnelen zu bekommen, zumal auch noch welche ohne Unmengen von Antibiotika. Und da die meisten hier erhältlichen Garnelen oft ziemlich geschmacklos sind, kann man sie einfach gleich durch Champignons ersetzen. Hier also mein Rezept für eine asiatische Gemüsesuppe. Wer gute Qualität findet, kann die Champignons einfach wieder in Garnelen tauschen, und schon wird eine köstliche Fischsuppe draus.

Asiatische Gemüsesuppe

Koriander, Limette, Kokosmilch, Tomate, Gemüsebrühe oder Fischfond, Ingwer, Chilischote, Champignons oder Garnelen, Zwiebel oder Lauch; eventuell Zitronengras

Die Zwiebel in grobe Ringe schneiden und mit der zerkleinerten Chilischote ganz kurz anbraten. Wirklich nur ganz kurz. Zwiebeln dürfen keinesfalls den Biss verlieren. Mit 1/3 Würfel Gemüsebrühe aufkochen und ca. 1/3 Kokosmilch dazu geben. Den Ingwer schälen, in ganz kleine Stifte schneiden und in die Suppe geben. Höchstens 5 Minuten kochen, auch der Ingwer darf den Biss nicht verlieren. Kurz vor Ende die Champignons in Scheiben und die Tomate auch in Scheiben dazu geben. Den Saft einer halben Limette und den gezupften Koriander dazu geben. Falls man Zitronengras hat, dieses in ca. 5 cm lange Stücke schneiden und mitkochen. Vor dem Servieren entfernen.

Was die Suppe so außergewöhnlich macht, sind der feine Geschmack und die Zutaten, die alle noch bissfest und nicht zerkocht sind.

Ursprünglich ist die Spinatsuppe ein Rezept aus Florenz. Dort wird das Rezept mit Fleischbrühe, Muskat und Ei gemacht. Aber ich hatte nur Käsereste und Spinat aus dem Gefrierfach, also habe ich die schnelle und unkonventionelle Methode angewandt.

Spinatsuppe

200 Gramm TK Spinat (das entspricht einem halben handelsüblichen Würfel), Zwiebel, alter Käse (gerieben), Brot und Sahne oder Creme Fraiche

Eine Zwiebel würfeln und mit etwas Fett anschwitzen. Wenn sie glasig sind, mit einer Tasse Gemüsebrühe weich kochen. Das dauert ca. 5 Minuten. Dann den Spinatwürfel mit einem heissen Messer halbieren, den unaufgetauten Rest zurück ins Gefrierfach, die andere Hälfte gefroren mitkochen und am Ende den geriebenen Käse unterheben, bis er Fäden zieht. Für den Geschmack noch einen Esslöffel Schlagsahne oder Creme Fraiche unterheben und zusammen mit Baguettewürfeln genießen.

Spinatsuppe


Das Gericht hat was von einem etwas leichteren Spinatkäsefondue, und das ist sie auch. Aber sie ist ein gesundes und unschlagbar billiges, schnelles Essen. Und wenn man sie für Gäste macht, kann man mit ein paar Mandeln in Butter geröstet als Topping etwas richtig chices daraus machen.

Da der Spinat tiefgekühlt war, sollte man diese Suppe direkt aufessen. Bei den meisten anderen Suppen bietet sich jedoch an, etwas mehr zu kochen und z.b. am nächsten Tag ins Büro mitzunehmen. Einfach in ein altes Marmeladenglas füllen, denn wo keine Küche ist, findet sich oft aber eine Mikrowelle, und die meisten Suppen behalten ihren Geschmack. Manche werden am nächsten Tag sogar noch besser, wenn die Suppe etwas gezogen ist. Und spätestens dann war der Preis selbst für exotische Zutaten günstiger als bei der Variante aus Dose oder Tüte.

Zum Schluss noch ein Tipp. Man kann aus fast allem, was man zu Hause hat, eine leckere Suppe selber machen. Warum nicht einfach mal experimentieren und sich überlegen, was lecker sein könnte? Vielleicht einfach mal ungewöhnliche Zutaten zusammenbringen und aus Resten etwas basteln? Viele der traditionellen Rezepte, die mir meine Urgroßmutter in einem handgeschriebenen Kochbuch hinterlassen hat, sind ein leckeres Resteessen. Damals ging es nicht anders, weil man einfach nicht genug hatte, um davon etwas wegzuwerfen. Heute kann man so etwas wieder entdecken und sich den Weg zum Supermarkt oder die Tütensuppenfalle sparen. Letztens kam ich z.B. wieder einmal hungrig nach Hause und fand noch eine alte Orange, ein Glas rote Beete, eine fast schon kaputte Zwiebel, Joghurtreste und eingekochte Tomaten vor. Und so habe ich mal eben eine Tomatensuppe mit Orangensaft und Rote Beete erfunden. Sehr lecker war`s. Ich bin mir sicher, jeder findet nach seinem Geschmack noch andere Varianten von leckeren Suppen aus verwaisten Großstadt-Kühlschränken. Man braucht nur ein paar Gewürze, Mut, einen Pürierstab und etwas Phantasie – und zur Not gibt es ja immer den Pizzadienst, wenn es dann doch mal schief geht, aber man hat es wenigstens versucht.

Es gibt sogar ein Institut, das sich der Suppe in allen Facetten widmet, mit Kulturgeschichte, Rezepten und einem Verzehrknigge:

http://www.suppeninstitut.de/

Guten Appetit!

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DJ Aroma
Autor: Aroma Berlin DJ Aroma
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