GROUPON GUIDE BERLIN

Techno-Raves im Industrial-Bau – Der Tresor

Autor: JENS HOHMANN | 25.2.2015 |
Techno-Raves im Industrial-Bau – Der Tresor

Weggesperrt und untergetaucht, aber elektrisiert und aufgedreht – so fühlt man sich, wenn man in einen der berühmtesten Techno-Clubs Berlin verschwindet. Höhlenartig und bunkermäßig verschlingt dich das Gebäude in seinem Inneren, und speit dich erst wieder aus, wenn du aus dem Zement-Labyrinth entkommen, oder dich von den wummernden Subbässen wieder loslösen kannst. Willkommen im Kraftwerk. Hier läuft kein weichgespülter Minimal Mist ohne Druck, sondern letztlich richtig rockender Krach. Wie früher in den 90ern eben. Das ehemalige Heizkraftwerk beherbergt eines der größten Clubareale, und liegt auf der Köpenickerstraße, wo der Club seit 2007 gastiert. Dimitri Hegemann, der Macher des Schuppens schmeißt hier nebenbei noch die Atonal, das sechs Tage lang neue Musik, Kunst und Technologie präsentiert, wenn er nicht grad Detroit rettet.

Die Anfänge des Clubs

Zur Historie: Der Tresor öffnete sein Zahlenschloss kurz nach dem Mauerfall für all die ausgehungerten Hedonisten der damaligen Zeit, und trug maßgeblich dazu bei, dass die Techno-Szene in Deutschland aus den Puschen kam. Den Namen hatte der Laden natürlich dadurch, dass er im Tresorraum einer alten Bank beheimatet war. Heute steht da ein Bürohaus. Armes Berlin… Es ist schon sehr viel Zeit vergangen seit 1991 in der Leipziger Straße. Leute wie ich sind schon Techno Opas und das Jungvolk denkt, „Alle Farben“ wäre Techno.

Im Tresor legten Legenden und bekannte Größen, wie Jeff Miles, Tanith, Ellen Allien, Pacou, Juan Atkins und Joey Beltram, und brachten die Crowd zum Kochen. Der Ruf des Tresors ist ungebrochen, wenn auch der Hype nicht mehr so groß wie damals ist. Der Tresor hat übrigens auch ein eigenes Label, das schon seit den 90ern feine Platten raushaut, und inzwischen auf weit über 250 Veröffentlichungen kommt.

Tresor Berlin

Was geht so drinnen ab

Auf drei Floors wird hier bei Bässen aus den Tiefen der Hölle getanzt. Dabei separieren die +4Bar und der Globus rote und weiße Blutkörperchen mit House und Experimental Electronica voneinander. Und versuch mal durch einen 30 Meter langen Tunnel den berüchtigten Vault zu erreichen. Hat ein bißchen was von Fluchttunnel, wie damals im Osten. Auch wenn das Berghain nach wie vor einer der größten und unumstrittensten Konkurrenten des Tresors bleibt, polarisiert der Ort. Durch die große Anziehungskraft und die atmosphärische Dichte des Ortes und des geschichtlichen Schleiers, trudeln Touristen, wie lokal Ansässige in den Club, aber auch solche, die sich erhoffen, etwas von der alten Aura der 90er abzubekommen. Er will entdeckt und neu erfahren werden, und so ist es keine Seltenheit, dass man keine Ahnung hat, mit was für einer Gruppe Leute man gerade abfeiert. Klar gibt es, wie überall, diejenigen die meinen sie müssten ihre Shirts loswerden, baggern oder pöbeln – aber das gibt es wohl in jedem Club dieser Größenordnung. Sehr freundliche Türvorsteher helfen einem ungewollten Schwierigkeiten und unliebsamen Gästen den Weg nach draußen zu weisen. Der Club öffnet seine Tore jeden Montag, Mittwoch, Freitag und Samstag. Eintrittspreise liegen irgendwo zwischen sechs und 15 Euro, je nachdem was gerade ansteht. Die Getränkepreise sind im Vergleich zum Watergate oder Berghain niedrig, die Schlange am Eingang kürzer. Einmal drin, sollte man nicht die Zahlenkombination namens Uhrzeit vergessen, zu der man sich vorgenommen hatte, wieder draußen zu sein.

Tresor
Köpenicker Str. 70
10179 Berlin
http://tresorberlin.com

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The Club Map
Autor: Jens Hohmann The Club Map
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