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ULA Berlin – Da geht die Sonne auf

Autor: PETER EICHHORN | 22.12.2014 |
ULA Berlin – Da geht die Sonne auf

Liebhaber der Kochkünste Japans müssen in Berlin nach wie vor große Tapferkeit und Durchhaltevermögen beweisen. Nicht überall, wo Sushi draufsteht, ist auch Japan drin. Und die Zubereitungsarten aus dem Reich der aufgehenden Sonne, die über Sushi, Misosuppe und Don-Reisschale hinausgehen, sind in der Hauptstadt ebenfalls rar gesät. Zu den bewährten Klassikern, wie Udagawa, Daitokai oder Tabibito, gesellte sich in letzter Zeit nur selten ein ansprechender Neuzugang hinzu. Zuletzt, – und das liegt mit dem Jahr 2002 nun auch bereits einige Jahre zurück – war es das Kushinoya in Charlottenburg, welches den raren Küchenstil der Kushiage nach Berlin brachte, bei dem die Zutaten an einem Spieß ganz kurz in Öl frittiert werden.

Den langjährigen Küchenchef des Kushinoya und persönlichem Koch des japanischen Botschafters, hat es nun in eine ruhige Nebenstraße von Mitte, nah an der Grenze zum Wedding, verschlagen. Daisuke Nakashima, der auch ausgebildet ist in Kalligraphie, der Durchführung einer japanischen Tee-Zeremonie und der Zubereitung des sagenumwobenen Kugelfischs, leitet nun die Küchengeschicke im Restaurant ULA.

Das Restaurant könnte so auch in London oder New York existieren. Frei von dem altbacken-überstrapazierten Folklore-Kitsch, trägt das Raumgefühl zum Essenserlebnis bei. Die Ästhetik spielt ja in der japanischen Kulinarik eine wichtige Rolle. Nackte Backsteinwände mit unangestrengten Kunstwerken, schlichte Holzmöbel mit aparten Stäbchen darauf und markanten Leuchtelementen darüber, sorgen für einen eher dunklen, reduziert-eleganten Charakter.

Der Blick in die Karte und das Gespräch mit dem Service zeigt: Wer der englischen Sprache mächtig ist, ist klar im Vorteil. Englisch ist die Sprache des Hauses und in der zweisprachigen Karte sorgt die deutsche Sektion mit ihrer kreativen Schreibweise eher für Belustigung, als für Information („möchten wir gerne um allen Gästen special Glüß von Küche anbieten“).

Aber die Mühen der Anreise und der Sprache lohnen durchaus. Eine spannende und ungewöhnliche Speisenauswahl belohnt den Gast, beispielsweise mit dem Dreierlei der Haus-Vorspeisen mit Eismeergarnele mit japanischer Zitrussoße, Hähnchen mit Wurzelöl und Frühlingszwiebel und die in Sojasoße marinierte Dorade. Das Terzett zu 12 Euro. Ein wenig dekadent, aber gleichsam zum Zungeschnalzen, mutet das Nigiri von Foie gras an (10 Euro für zwei Stücke). Auch bei den weiteren Sushi und Gemüsen zeigt sich eine hervorragende Produktqualität. Auf den Punkt medium-rare gegart kam das Rinderfilet (27 Euro) auf einem heißen Stein an den Tisch. Butterzart und mit einer dezenten Soße, die das Fleischaroma ideal ergänzte und nicht übertönte.

Restaurant ULA Berlin

Die Beilagen ändern sich nach der Saison und augenzwinkernd sorgen zuweilen auch regionale Produkte für ein pfiffiges i-Tüpfelchen inmitten der japanischen Zubereitung.

Besonders schön ist der Umgang mit Japans Nationalgetränk, dem Sake. Jenes köstliche, aus Reis gebraute Getränk, wird hierzulande leider immer noch stark vernachlässigt. Oft werden mindere Qualitäten gereicht und dann auch noch warm bestellt. Das ULA entpuppt sich als Botschafter jener Trinkkultur und bietet zu freundlichen Preisen eine entsprechende Getränkebegleitung an. An speziellen Abenden eröffnet im ULA die Sake-Pop-up-Bar und verwandelt die im Keller befindliche Galerie in eine muntere Location mit speziellen Häppchen plus Sake Kombinationen, zu denen meist ein DJ für Beschallung sorgt.

Kochkunst, Ästhetik, vortreffliche Produktqualitäten und überraschende Kreationen werden dafür sorgen, dass das ULA weiter Freunde der japanischen Küche gewinnen wird. Wenn dann einer der neuen Freunde die Karte und Mailing rasch Korrektur liest, ist daran auch nichts verkehrt.

Restaurant ULA

Anklamer Straße 8,
10115 Berlin-Mitte
http://ulaberlin.jimdo.com/

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Autor: Peter Eichhorn Eichiberlin
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