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Videothek Berlin - besondere Läden abseits des Mainstreams

Autor: JENS HOHMANN | 7.4.2015 |
Videothek Berlin - besondere Läden abseits des Mainstreams

Die Abende werden länger, draußen wird es beißend kalt. Was gibt es für diese Momente Besseres, als einen Abstecher in die Videothek zu machen, und es sich mit zwei-drei Filmen auf die Couch zu lümmeln? Natürlich gibt es längst Angebote wie Maxdome oder Videoload, nur sind die sehr teuer. Ein neuer Film kostet gern mal 4,99, dafür bekommt man 5 Filme in der Videothek. Netflix ist einen Monat lang gratis und kostet weniger als zehn Euro, allerdings schaffen es Vielgucker locker, alles interessante im Gratismonat abzugrasen, weil sie die Hälfte davon wahrscheinlich eh schon über Streamingportale gesehen haben. Wer also sowas wie Spaziergänge noch ganz spannend und erholsam findet, besucht dementsprechend die Videothek seiner Wahl. Wer allerdings die Nase voll von langweiligen Ketten wie Video-World hat, sollte einen Blick in die privaten und mit Herzblut geleiteten Filmarchive Berlins wagen.

Negativeland

Das „Negativeland“ dürfte vielen Filmfreunden ein Begriff sein, denn die gut sortierte Videothek bietet schon seit 1990 ihre Dienste an, und hat im wahrsten Sinne des Wortes beinahe Alles, was man suchen könnte. Hier stöbert man abseits der großen, genormten Hollywoodschinken und Blockbuster in den Werken von über 300 internationalen Regisseuren. Wer Film studiert, wird sich hier öfter blicken lassen, als in der Uni: Denn von Musicals und Dokumentarfilmen bis hin zu den Klassikern der Kinogeschichte, wie auch Serien und Kinderfilme, findet man was Herz und die hungrigen Augen begehren. Das „Negativeland“ führt über 17.000 Streifen auf DVD und bietet sogar die guten alten VHS an – den Player kann man dort leihen – sodass kaum ein Besucher nur mit einem einzigen Fund wieder nach Hause geht. Jeder der ein Stück der Siebenten Kunst zu seinem Eigen machen will kann Filme und Poster in der Videothek im der Danziger Straße 41 erstehen. Geöffnet ist hier am Freitag und Samstag von 12 bis 24 Uhr und an Feiertagen und von Sonntag bis Donnerstag von 14 bis 22 Uhr.

Danziger Straße 41,
10435 Berlin
http://www.negativeland.de/

Fitz Carraldo, Videothek in Berlin

Fitzcarraldo

Megalomane Visionen, Überheblichkeit und Größenwahn gibt es für alle die der „Filmkunstbar Fitzcarraldo“ einen Besuch abstatten. Wie der vom Werner Herzog Film inspirierte Name vermuten lässt, handelt es sich hier um keine gewöhnliche Videothek. Dekadent und opulent geht es in der Reichenberger Straße 133 zu. Die Location der Cinethek änderte sich mehrere Male, doch die Ausstrahlung blieb, wurde sogar um eine stylishe, gemütliche Bar erweitert, auf die Oscar Wilde und Rimbaud stolz wären. Das „Fitzcarraldo“ bietet ein weitläufiges Angebot an Programm und Off-Filmen aus allen Himmelsrichtungen und Genres an. Freunde von Arthouse, Experimentellem Avantgarde-Kino und Underground kommen voll auf ihre Kosten, egal ob man den neusten mongolischen oder taiwanesischen Streifen der letzten Edition des Busan Filmfestivals sucht, oder einfach nur mal wieder Lust auf einen Wong-Kar Wai oder ein triefendes französisches Drama hat. Auch Horrorfilme und Dokus sind vorhanden und falls es einem schwer fallen sollte, eine Auswahl zu treffen, empfiehlt das kompetente Personal gerne die eigenen Favoriten weiter. Unterschiedliche Aktionen und Themenabende, wie das Filmeraten und Songraten (zu gewinnen gibt es Freigetränke) laden täglich ab 16 Uhr zum Verweilen bei einem Glas Absinth ein.

Reichenberger Straße 133,
10999 Berlin
http://filmkunstcafe.blogspot.ie/p/willkommen_06.html

Madelaine und der Seemann

In der Kaskel Straße 31 in 10317 Lichtenberg steht das „Madelaine und der Seemann“, eine charmante Videothek, in der man neben mittlerweile über 5000 Filmen auch zu Eiskonfekt und Softeis greifen kann. In dem rustikalen, bunt zusammengewürfelten Ambiente - es sieht wirklich ein wenig aus, wie zusammen „geräubert“ - findet sich nicht nur eine gut sortierte Filmauswahl, sondern auch Brettspiele, eine erlesene Weinkarte, seltene Biersorten, spanische und amerikanische Knabbereien im Riesenformat und ein DVD Reparaturservice. Das Schönste jedoch ist vielleicht die Tatsache, dass man das „Madelaine und der Seemann“ auch mit einem kompletten Blackout besuchen kann. Wie hieß doch gleich dieser asiatische Streifen in dem eine Frau bei jedem Orgasmus die Stadt überflutet? Das Team berät einen und hilft dabei den vergessenen Filmtitel zu finden – und das schon anhand weniger Anhaltspunkte. Auch hilft es dabei einen passenden Titel, je nach Stimmung und Altersgruppe, oder Vorlieben auszusuchen. Vorbeischauen kann man von Sonntag bis Donnerstag von 12 bis 22 Uhr und am Freitag von 12 bis 23 Uhr.

Kaskelstraße 31,
10317 Berlin
http://www.madeleine-und-der-seemann.de/

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Autor: Jens Hohmann The Club Map
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