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Von Teigtaschen und Holzbänken - die Long March Canteen

Autor: CHRISTOPH PÖTHKE | 21.7.2014 |
Von Teigtaschen und Holzbänken - die Long March Canteen

Chinesische Restaurants gibt es in Berlin unzählige. Fast so viele, wie die bekannten Reissäcke im Reich der Mitte, möchte man manchmal meinen. Und doch gibt es von Zeit zu Zeit Etablissements mit einfachen Konzepten, die sich klar von der Menge abgrenzen und so gut wie alles richtig machen. Die Long March Canteen im Wrangelkiez ist sicherlich einer dieser Orte.

Dabei wird die chinesische „Kantine“ mit dem eher rustikalen Namen diesem auf den ersten Blick mehr als gerecht. Eine relativ große Halle, ein dunkles und stylisches Ambiente, lange Tafeln statt kleiner Tische, Holzbänke statt kitschiger Stühle. Das Anlehnen könnte hier schwer werden. Nichts desto trotz versetzen einen die Düfte aus der Küche und die grellen Leuchtreklamen zumindest mental sehr schnell in den Schlund chinesischer Großstädte. Wer den 80er Jahre Science-Fiction-Klassiker Blade Runner gesehen hat, weiß in etwa wovon ich rede.

Long March Canteen in Berlin

Widmet man sich der Speisekarte, merkt man schnell, dass hier nicht die 7A süß-sauer bestellt wird, sondern man sich für exotisch-asiatische Speisen wie das frische Apfel-Koriander-Quallencarpaccio oder marinierte Entenzungen entscheiden kann. Die Auswahl der Speisen bleibt also definitiv etwas Besonderes und mit gebackenen Schweinerippchen und gefüllten Hähnchenflügeln auch auf nette Art europäisch. Hund werdet ihr allerdings vergeblich im Menü suchen müssen. So weit geht die Experimentierfreude dann glücklicherweise doch nicht. Ganz im Gegensatz zur Spezialität der Long March Canteen, den Dumplings, klassischen chinesischen Teigtaschen (die in etwa unseren deutschen Maultaschen entsprechen). Die gibt es nämlich gedämpft, gebraten, eingelegt in Suppe, mit Lamm, Shrimps, Rind und in etlichen weiteren Variationen. Besonders sind hier die Dumplings, gefüllt mit Baozi — Schwein und Ingwer — zu empfehlen.

Gleiches gilt prinzipiell auch für den Service. Allerdings ist der zwar meist recht flink unterwegs, zuvorkommend und freundlich, vergisst im regen Treiben mitunter aber auch schon mal das eine oder andere Gericht. Allerdings scheint das eher Ausnahme als Regel zu sein und ist gerade an den teilweise sehr vollen Abenden am Wochenende zu verzeihen. Deswegen sollte man auch wenn möglich das Reservieren nicht vergessen, welches sich übrigens sehr einfach und schnell auf der Website des Restaurants erledigen lässt.

Berliner Schickeria trifft chinesische Kultur. Eine wirklich erstaunlich gut passende Fusionsgastronomie aus traditioneller, fernöstlicher Küche und Großstadtcharme, die wohl auch dem passioniertesten Asiengegner schmecken dürfte. Einzig die Preise erinnern bei ca. 6-10 € für doch relativ kleine Portionen gerade für Kreuzberger Verhältnisse hier leider eher an Berlin-Mitte, denn an chinesische Straßenküche. Ausprobieren sollte man es dennoch. Besonders gut eignet sich die Long March Canteen übrigens für das Ausgehen mit Freunden oder einer großen Gruppe, nicht so sehr für das Rendezvous mit der Angebeteten. Dafür gibt es ruhigere und weniger aufregende Orte.

Long March Canteen

Wrangelstr. 20

10997 Berlin

Öffungszeiten: 18:00 – 24:00 tgl.

E-Mail: info@longmarchcanteen.com

Tel.: +49 178 88 49 599

Web: http://www.longmarchcanteen.com

 

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Autor: Christoph Pöthke Freier Autor
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