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Warum ich gern einen Zweitmagen hätte: BiOriental Türkenmarkt am Maybachufer

Autor: SABINE WIRSCHING | 14.7.2014 |
Warum ich gern einen Zweitmagen hätte: BiOriental Türkenmarkt am Maybachufer

Wochenmärkte sind für mich der essbare Himmel auf Erden. Ich könnte stundenlang zwischen den Ständen herumschlendern: die bunten Farben von Obst und Gemüse genießen, die 1001 Düfte einatmen und mich vor allem von oben nach unten durchschlemmen.

Natürlich sind nicht alle Märkte gleich schön oder gut, aber der Türkenmarkt am Maybachufer ist mein persönliches Highlight – nicht nur meins übrigens: er wird sogar mit dem Münchner Viktualienmarkt verglichen. Der ist zwar noch ein wenig älter, aber der Markt am Maybachufer hat ebenfalls seit 1883 Tradition. Die Lage ist eben perfekt – im Sommer werfen die Häuser, die z.T. noch aus der Gründerzeit stammen, einen kühlen Schatten und der Landwehrkanal liefert ganzjährig eine malerische Kulisse für das geschäftige Treiben an den Ständen. Außerdem findet das hungrige Herz hier alles, was es begehrt.

BiOriental Wochenmarkt in Kreuzberg (c) Alexander Winter

Im vorderen Teil Richtung Kottbusser Damm stehen die türkischen Stände – hier gibt es natürlich Gemüse und Obst in allen knallbunten Variationen. Das Angebot richtet sich nach der Saison – aber wer sicher sein will, dass das Brot bio ist, der Herbstkürbis von Äckern aus der Region oder die Zucchini aus kontrolliert nachhaltiger Landwirtschaft stammen, sollte sich lieber an die Bio-Stände Richtung Sanderstraße halten. Nichtsdestotrotz sind die türkischen Stände mit ihren aufgetürmten Tomaten, knusprigen Fladenbroten und geflochtenen Chilischoten eine echte Augenweide.

Dazu gibt es Metzgerstände (überwiegend Geflügel und natürlich halal), Gewürz- und Teehändler und man kann nahezu alles Nötige für den Haushalt erwerben: Töpfe, Pfannen, Messer, Scheren und Bürsten aller Art für die Küche; Näh-Zubehör vom Garn und Reißverschluss zum ausgefallenen Knopfsortiment und bunten Blumen-Applikat, Stoffe von ungefärbter Baumwolle bis hin zum flittrig-glitzernden Kopftuch-Material; billige Uhren und Schuhe, teure Ledertaschen und klingelnde Bauchtanztücher. Dazu kommen edle Waren wie handgemachter Schmuck, ausgefallene Kopfbedeckungen oder Naturseifen aus der Berliner maisoap Manufaktur.

BiOriental Wochenmarkt in Kreuzberg (c) Alexander Winter

Den passenden Soundtrack liefert der ein oder andere Straßenmusikant – von Gitarrenblues bis Jamaica-Reggae. Und natürlich die anpreisenden Rufe der Händler: Echtes Marktschreiertum gibt es zwar nicht – das „Salat ein Euro, Salat ein Euro, bittschön, Salat ein Euro“ klingt eher, als sei bei dem ein oder anderen die Schallplatte hängengeblieben. Aber im Gesamtbild ist es dennoch charmant.

Und – natürlich die Essensstände. Frischgebackene Gözleme mit Spinat und Käse, klebrig-süße Tulumba und Baklava, knusprige Bio-Muffins, duftende Pancakes, heiße Wraps mit Schafskäse, Sucuk oder Falafel, afrikanische Erdnusssuppe oder eine fleischlastige, türkische Gemüsepfanne mit Aubergine und Okra… wenn es nach mir ginge, sollte es auf dem Türkenmarkt am Maybachufer auch Zweit- und Drittmägen zu kaufen geben – damit das mit dem einmal quer Durchschlemmen auch klappt.

BiOriental Wochenmarkt in Kreuzberg (c) Alexander Winter

BiOriental Wochenmarkt, Dienstag + Freitag am Maybachufer (zw. Kottbusser Damm und Sanderstr.). 11-18.30 Uhr.

Web: http://www.tuerkenmarkt.de/

 

Weitere Infos:

http://www.maisoap.de/

Alle Bilder (c) Alexander Winter

 

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Autor: Sabine Wirsching Rocknroulette
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