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Wichtelgeschenke oder Horch, was ist denn da bloß drin?

Autor: SABINE WIRSCHING | 15.12.2014 |
Wichtelgeschenke oder Horch, was ist denn da bloß drin?

Viele Menschen finden Geschenkemachen ziemlich lästig und all die Jahre wieder wird darüber gestöhnt, dass Weihnachten zum Konsumterror verkommt. Ja – stimmt. Aber trotzdem: Ich mag es, in aller Ruhe (also in der Regel so Mitte November, wenn der Spekulatius in den Supermärkten noch als Störenfried empfunden wird) durch nette Geschäfte zu stöbern und gewöhnlich mit viel Zuneigung zum Beschenkten etwas auszusuchen, was am Ende hoffentlich zu ihm passt.

Bei der Heiligen Familie klappt das meistens, bei Freunden fast immer. Kompliziert wird es, wenn man plötzlich nicht mehr beschenken will, sondern beschenken soll – auf der Arbeit, in der Handarbeitsgruppe, in der veganen Kochrunde oder wo auch immer man sich sonst noch so rumtreibt. Zum Glück wurde dafür das Wichteln erfunden: Also das anonyme Beschenken im Gruppenmodus.

Wichtelgeschenke


Ursprünglich wurde dem Beschenkten bei diesem Brauch die Gabe sogar heimlich untergeschmuggelt. So hat sich auch die Bezeichnung des Ganzen entwickelt, den in den nordischen Sagen sind es ja die gleichnamigen kleinen Kobolde, die dem Menschen unsichtbar Gutes tun und dabei auch ganz gern Schabernack mit ihm treiben.

Dementsprechend gibt es natürlich nicht nur die einfache Variante, bei dem man per Losverfahren einen festen zu Beschenkenden zugeteilt bekommt, sondern viele mehr oder minder amüsante Zusatzregeln:

• Beim „Grabbelsack“ werden die Geschenke zufällig zugeteilt; abgelehnt werden darf nur das eigene Geschenk.

• Beim Würfelwichteln wird der Empfänger per Spielstein ermittelt. In einer Zusatzrunde können außerdem bei bestimmten Augenzahlen Tauschaktionen festgelegt werden. Hier kann keiner sicher sein, was er am Ende bekommt, und das macht den Hauptspaß aus. Ähnlich ist es mit der Los- oder der Räubervariante, bei der die Geschenke „gestohlen“ werden dürfen.

• Kompliziert sind arbeitsaufwendige Varianten wie das Gedichtwichteln: Hier muss über den zu Beschenkenden ein Gedicht verfasst werden und erst, wenn er sich errät, bekommt er auch ein Geschenk.

Wichtelgeschenk unausgepackt


Besonders beliebt ist allerdings das Schrottwichteln: Obwohl hier die Regel gilt, dass es weder kaputt, noch dreckig sein sollte, landen beim allweihnachtlichen Schränkeausmisten immer wieder die schrägsten Dinge im Geschenkpapier. Manchmal sind es uralte Kameras oder Winkekatzen, die vielleicht doch noch ihre Liebhaber finden – aber mir selber unvergessen ist das Ekelpaket, in dem sich neben dem abgebrochenen Ohr eines Porzellanhundes und etlichen Bierdeckeln auch eine abgenagte Zahnbürste befand.

Um solche Funde zu vermeiden, empfiehlt sich das sogenannte Motto-Wichteln: Im Gegensatz zu allen anderen Wichtelarten wird hier vorweg nicht nur der finanzielle Wert des Geschenks, sondern auch das Thema geklärt. So kann man im Handarbeitskreis zum Beispiel besonders ausgefallene Wolle oder in der veganen Kochgruppe besonders schwer zu beschaffende Leckereien zum Motto machen – damit ist sicher gestellt, dass am Ende jeder etwas hat, das ihn erfreut.

Und dafür sind Geschenke ja eigentlich da, mit oder ohne Wichtelei.

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Rocknroulette
Autor: Sabine Wirsching Rocknroulette
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