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Das Restaurant Vau - Küchenkompositionen und andere Klänge

Autor: PETER EICHHORN | 18.11.2014 |
Das Restaurant Vau - Küchenkompositionen und andere Klänge

Ab und an muss er die Pfanne gegen die Gitarre tauschen. Kolja Kleeberg liebt das Kochen. Und das Musizieren. Daher wartet das musikalische Instrument stets nahe dem Küchenbereich der Kochinstrumente auf den Einsatz.
Das verrät schon Einiges über die Atmosphäre in dem bewährten Ort der kulinarischen Kultur am Gendarmenmarkt. Anders als in zahlreichen anderen klassischen Sternerestaurants, gesellt sich im Restaurant Vau ein heiterer Grundton zu dem engagierten Service und der herausragenden Küchenleistung.
Es beginnt mit dem lang gestreckten, hohen Raum, der ein wenig an einen Eisenbahn-Salonwagen erinnert. Edle Hölzer mit dezentem Orange Ton und moderne Bilder entlang der Wände umrahmen die elegante Bestuhlung. Eine lässige Leichtigkeit bildet einen angenehmen Kontrast zu den vielen Sternerestaurants mit ihrem konservativ-barocken Ambiente und einer steifen Strenge, welche Mobiliar und Personal zuweilen ausstrahlen.

Restaurant Vau Berlin


Im Vau ist ein köstlicher und entspannter Abend garantiert. Dazu tragen die Servicekräfte, die Küchenleistung und Kolja Kleeberg höchstpersönlich bei. Wie herrlich, wenn ein Gruß aus der Küche an den Tisch kommt, der keine Ein-Happen-Chi-Chi-Kuriosität strohfeuerartig verglimmen lässt, sondern einen kleinen Klassiker in seiner denkbar schmackhaftesten Variante interpretiert. In diesem Fall ein Zwiebelkuchen, begleitet von einem Weingelee.
Die Vorspeise, die Ouvertüre, präsentierte die aromatische Kraft der Mohrrübe: Salat von Zweierlei der Karotte mit Knuthenlund-Sahne, Papadam und Koriander. Frisch und vollmundig zugleich, dazu ein Hauch Indien auf dem Teller. Es lohnte sich an diesem Abend, sich in die Hände des Sommeliers zu begeben, der eine köstliche und überraschende Getränkebegleitung inszenierte. Zu der Vorspeise passte der Silvaner von Dreissigacker aus Rheinhessen vorzüglich.
Als Nächstes kam ein kulinarisches Erlebnis, wie es noch nicht oft in Deutschland möglich ist. Der angewärmte Rücken vom Kobe-Rind. Der Import dieser japanischen Delikatesse ist erst seit Mitte 2014 in Deutschland möglich. Butterzart, geschmacksintensiv und nur mit einer ganz leichten Garung versehen, brachte das herrliche Fleisch Musik an den Gaumen. Dazu klangvoll ausgewählte Herbsttrompeten, eine Steinpilzcreme und Lauch.

Einen anderen, aber gleichfalls köstlichen Sound, trug der folgende Zander an den Tisch. Mit Austernsoße, Pak-Choi, Miso, Lotus und Lakritz spielte die Küche nun einen Hauch Pekingoper am Ufer der brandenburgischen Seenlandschaft, bekannt für vortreffliche Zanderqualität. Außen perfekt angebraten, innen wundervoll glasig, umschmeichelte das pure Fischaroma den Gaumen, bevor die asiatischen Zwischentöne das ungewöhnliche Gericht subtil untermalten.

Restaurant Vau Berlin


Kolja Kleeberg ist ein begnater Küchen-Kreativer, aber er ist zudem ein guter Entertainer. Munter und mit sympathischem Engagement und Interesse, widmet er sich jedem Tisch. Er plaudert über Berlin, erklärt seine Produktphilosophie oder einzelne Gerichte. Und er holt dann auch die Gitarre nach vorne. Wie sich herausstellte, verbindet uns eine Vorliebe für Johnny Cash und so stimmten wir gemeinsam den „Tennesse Flat Top Box“ an. Der vordere, zum Fenster gerichtete Teil des Saals, durfte sich an „Minnie the Moocher“ erfreuen.
Nun war es Zeit für die entspannte Schokoladigkeit der Dessertvariationen, zu denen der Sommelier einen kraftvollen Rum aus dem Hause Zacapa aus Guatemala reichte.
So ließ sich ein herrlicher Abend in einer herausragenden kulinarischen Stätte der Hauptstadt perfekt ausklingen. Im doppelten Sinne.

Restaurant Vau

Jägerstraße 54-55, 10117 Berlin
http://www.vau-berlin.de/

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Paris MoskauFiletstück

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Autor: Peter Eichhorn Eichiberlin
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